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5 Tipps gegen langweilige Landschaftsfotos

5 Tipps gegen langweilige Landschaftsfotos

Egal zu welcher Jahreszeit: Landschaften gehören rund um das Jahr zu den absoluten Lieblingsmotiven vor der Kamera. Kein Wunder, denn wer kommt bei rauen Küstenabschnitten, spektakulären Wasserfällen oder idyllischen Wäldern nicht ins Schwärmen? Damit deine Landschaftsfotos nicht flach und langweilig wirken, haben wir hier 5 Tipps für dich.


Ob Urlaub in der Toskana oder nur ein kleiner Ausflug ins Grüne: Landschaften schreien förmlich danach, fotografiert zu werden. Wenn Wiesen und Felder prachtvoll blühen, oder Bergformationen majestätisch in den Himmel ragen, spüren viele das Bedürfnis, die Natur auf einem Foto zu verewigen. Wieder zuhause, sind Foto-Einsteiger*innen schnell ernüchtert. Den Fotos fehlt es an Kontrast, die Farben wirken fahl und das Bild wirkt irgendwie flach und öde.

Ein gängiges Problem beim Einstieg in die Fotografie ist, dass sich viele nicht genug Zeit nehmen bei der Bildgestaltung. Wir verhalten uns dann eher wie Tourist*innen mit Smartphone als Fotograf*innen mit einer teuren Kamera. Dabei wollen wir doch tolle Fotos machen, die sich von durchschnittlichen Smartphone-Fotos unterscheiden. Damit deine Landschaftsfotos in Zukunft zu echten Hinguckern werden, musst du nur diese 5 einfachen Tricks beachten.

1. Landschaftsfotos brauchen die richtige Tageszeit

Sie ist die goldene Regeln unter Fotografinnen und Fotografen, die wirklich jedes Bild aufwertet und gleichzeitig relativ leicht umzusetzen ist: auf das optimale Licht warten. Deine Landschaft kann noch so idyllisch und dein Panorama noch so menschenleer sein – wenn die Sonne mittags von oben auf dein Motiv scheint, entzieht das deinen Fotos Tiefe und Atmosphäre. Harte Schlagschatten und grelle Farben sorgen dann dafür, dass dir deine Fotos einfach nicht gefallen wollen. Besser eignet sich weiches Licht während der Dämmerung. Am frühen Morgen oder Abend, wenn die Sonne seitlich auf deine Szene scheint, bieten sich die perfekten Bedingungen für spektakuläre Landschaftsbilder. Das goldene Seitenlicht verleiht deinem Motiv eine dramatische Tiefenwirkung. Auch Gegenlicht wertet jedes Landschaftsfoto im Nu auf. Probier es mal aus! Du wirst verblüfft sein, wie viel das richtige Licht ausmacht!

Das fotogene Seitenlicht der tiefstehenden Sonne sorgt für dramatische Schatten.

2. Lebhafte Farben schaffen

Doch nicht jeder hat bei seinem Shooting den perfekten Sonnenuntergang. Gerade an bewölkten Tagen wirken die Farben schnell fahl und dem Bild fehlt es an Kontrast. Du kannst dem entgegenwirken, indem du dir einen Foto-Modus zunutze machst, der zu deinem Motiv und deiner Aufnahmesituation passt. Oft gibt es passende Einstellungen für die Kategorie “Landschaft”. Sie sorgen für brillante Farben und mehr Dynamik im Bild. Bei Nikon findet sich diese Einstellung unter “Picture Control”. Canons Äquivalent nennt sich “Picture Styles” und Panasonic nennt seine Modi “Photo Style”. Aber Vorsicht vor ausgebrannten Himmeln! Denn der hohe Kontrast von Landschaftsmodi lässt helle Bereiche schnell überstrahlen. Das Histogramm kann dir aber helfen, dass du alle Lichtverhältnisse stets unter Kontrolle hast.


3. Einen spannenden Bildausschnitt wählen

Durch den richtigen Bildausschnitt kannst du deinem Motiv das gewisse Etwas verleihen. Frage dich vorab, welchen Bereich des Motivs du in den Mittelpunkt stellen willst. Mit dem Mittelpunkt ist hier allerdings nicht die Bildmitte gemeint. Im Gegenteil: Platziere dein Lieblingsdetail eher mit einer Aufteilung zum Bildrand von 2:1. Dieser Bildaufbau wirkt auf Betrachter*innen besonders ausgeglichen und harmonisch. Zudem solltest du dich mit dem passenden Bildformat auseinandersetzen. Hier ist das Querformat nicht immer die richtige Wahl. Das Hochformat ist für Landschaftsaufnahmen zwar eher ungewöhnlich, kann aber unter Umständen eine schönere Tiefenwirkung zu erzeugen. Auch die Perspektive solltest du hier nicht vernachlässigen. Geh doch mal in die Hocke oder suche in deiner Umgebung nach einer Erhebung. Auf diese Weise schaffst du ungewöhnliche und spannende Perspektiven.

Diese Bildidee wäre im Querformat nicht vorstellbar.

4. Den Horizont gekonnt platzieren

Ein gängiger Anfängerfehler unter Fotograf*innen liegt bei der Platzierung des Horizonts. Die Mehrheit aller Handy- und Amateur-Knipser positioniert diesen intuitiv in der Bildmitte. Die Aufteilung von 50/50 kann aber unter Umständen bewirken, dass Betrachter*innen nicht so richtig wissen, wo sie hinschauen sollen. Solche Aufnahmen wirken dann schnell unentschlossen. Was wollte der oder die Fotograf*in mit dem Foto aussagen? Weitaus aufregender ist demnach ein Horizont, der das Bild mehr in Richtung Bildrand teilt. So kannst du die dramatischen Wolkenformationen oder die Weite einer Hügellandschaft mehr ins Zentrum rücken. Ach ja: Achte stets darauf, dass der Horizont parallel zum oberen und unteren Bildrand ausgerichtet ist. Nichts schafft mehr Unruhe im Bild als ein schräg verlaufendes Firmament.


5. Vordergrund macht Bild gesund

Deine Fotos wirken flach und eindimensional? Dann erzeuge Tiefe mithilfe eines Vordergrunds. Das können sowohl Gräser als auch eine Bank vor deiner Linse sein. Der Look sieht gerade bei offenen Blenden, wenn die Objekte im Vordergrund schön unscharf werden, sehr schön und verträumt aus. Ein verschwommener Vordergrund verstärkt so das Hauptmotiv, indem er den Blick auf die zentralen Parts im Bild lenkt. Zudem wirkt die Komposition wie eine Art natürlicher Rahmen, der räumliche Tiefe erzeugt.

Dieses Foto wird erst durch den Maschendraht im Vordergrund zu einem echten Kunstwerk.
Die Gräser im Vordergrund setzen das Hauptmotiv gekonnt in Szene.
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