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5 Übungen mit denen du dein fotografisches Auge trainierst

5 Übungen mit denen du dein fotografisches Auge trainierst

Was haben Foto-Einsteiger, Hobby-Knipser, Profi-Fotografinnen und Kamera-Gurus gemeinsam? Sie wollen alle gute Fotos machen. Doch dazu gehört mehr als Technik und lichtstarke Linsen. Wir zeigen dir heute 5 Übungen, mit denen du deinen fotografischen Blick trainieren kannst.


Was macht eigentlich ein richtig gutes Foto aus? Ein gelungenes Foto muss technisch gut sein – keine Frage! Doch es gehört mehr dazu als nur die richtige Belichtung und Schärfe. Die Rede ist vom fotografischen Auge, das dafür sorgt, dass eine Fotografie zu einem echten Hingucker wird.

Fotomotive sehen und erkennen

Unter dem fotografischen Auge versteht man die Fähigkeit, ein potenzielles Fotomotiv zu erkennen und dieses interessant zu inszenieren. Dabei muss es nicht immer ein spektakulärer Wasserfall oder ein atemberaubender Sonnenuntergang sein: Der geschulte fotografische Blick findet Motive in den einfachsten Alltagssituationen. Und das kann man lernen. So bekommst du in Zukunft schneller ein Gefühl dafür, welche Motive geeignete Blickfänger sind.

1. Das Licht wahrnehmen

Für die erste Übung solltest du bei deinem nächsten Outdoor-Trip ganz genau auf das Licht achten. Denn häufig ist zu einem Großteil das Licht dafür verantwortlich, wie ästhetisch ein Foto erscheint. Du kannst dich beispielsweise fragen, aus welcher Richtung das Licht kommt. Besonders Seitenlicht lässt dein Motiv noch plastischer erscheinen. Werde dir über die Lichtverhältnisse bewusst: Welche Farbe hat das Licht? Ist es warm oder kalt? Weich oder hart? Erst wenn wir das Licht in den Fokus nehmen, erkennen wir spannende Schattenspiele, glänzende Oberflächen oder Landschaften mit besonderer Tiefenwirkung.


2. Auf Linien achten

Du hast das Gefühl, deine Fotos sind fad und langweilig? Dann solltest du dir die zweite Übung zu Herzen: Achte mehr auf Linien. Spuren und Linien geben unseren Bildern nämlich eine Richtung, leiten den Blick und erzeugen Tiefe. Viele Motive übersiehst du, weil du das Potenzial von Linien nicht kennst. Das kann beispielsweise ein Weg sein, der sich durch dein Bild schlängelt oder ein geschwungenes Treppengeländer, das zu deinem Hauptmotiv führt. Linien und Kanten finden sich aber auch in der Makrowelt oder in der Porträtfotografie. Du musst nur mehr darauf achten. So machst du dir Linien fotografisch zunutze.

Die fluchtenden Linien dieser Unterführung verhelfen zu einer besonderen Bildkomposition.

3. In Schwarzweiß fotografieren

Eine Übung, um sensibler für seine Umwelt zu werden, ist das Fotografieren in Schwarzweiß. Versuche einmal, einen kompletten Shootingtag ohne Farbe zu fotografieren. Klingt nach Langeweile und Eintönigkeit? Im Gegenteil! Du wirst erstaunt sein, wie häufig man sich auf Farben konzentriert und sie unsere Aufmerksamkeit rauben. Indem du auf Farben verzichtest, lernst du deine Bilder durch Strukturen, Licht und Perspektiven zu komponieren. Vor allem im Nachhinein, wenn du deine Bilder am Computer sichtest, werden sich dir komplett neue Gestaltungselemente erschließen.


4. Eine Festbrennweite benutzen

Gerade Einsteigerinnen und Einsteiger nutzen häufig Zoom-Objektive, da sie flexible Allround-Talente zu sein scheinen. Allerdings machen diese Linsen auch faul, denn man kann durch eine Handbewegung allein den Bildausschnitt verändern. Stattdessen solltest du einmal zu einer Festbrennweite greifen. Denn was zu Beginn nach einer Einschränkung aussieht, entpuppt sich in Wirklichkeit zu einer wahren Inspirationsquelle. Wer auf eine Brennweite fixiert ist, lernt, durch Perspektivwechsel und Bewegung sein Bild aktiv zu komponieren. Dabei entstehen deutlich abwechslungsreichere Aufnahmen. Außerdem sieht man in Zukunft auch viel schneller, welche Perspektiven einem Foto am meisten schmeicheln.


5. Spannende Wiederholungen

Interessante Motive sind zudem solche, die sich im Bild wiederholen. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Wasserspiegelung handeln. Die dadurch entstehende Symmetrie hat eine magische Anziehungskraft auf Betrachterinnen und Betrachter. Stattdessen kannst du aber auch die Sitze eines leeren Sportstadions auf den Kamerasensor bannen. Solche Bildkompositionen mit sich wiederholenden Elementen wirken ästhetisch und ausgeglichen. Dadurch lernt man schnell, dass ein Fotomotiv nicht immer nur aus einem einzigen Objekt bestehen muss. Stattdessen kann sich die Komposition auch aus der Kombination von vielen gleichen Elementen ergeben.

Egal welche Übung du letztendlich ausprobierst, du solltest dir in jedem Fall genug Zeit fürs Anschauen nehmen. Dazu kannst du dir auch gerne einen Freund zur Hilfe holen. Fragt euch, warum manche Bilder besser wirken als andere und welche Motive aus der Masse herausstechen und warum. Wir empfehlen, die eigenen Erfahrungen in ein kleines Notizbuch oder am Smartphone zu notieren. So wirst du bereits in kurzer Zeit deinen fotografischen Blick deutlich schärfen können.


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