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6 geniale Eselsbrücken für Anfänger

Aller Anfang ist schwer. Das gilt gerade für die manuelle Fotografie. Denn Einsteigerinnen und Einsteiger kämpfen häufig mit falsch belichteten Aufnahmen oder unscharfen Motiven. Hier kommen 6 hilfreiche Merksätze, mit denen du deine Anfängerfehler in den Griff bekommst.


Hintergrund zu unruhig, Motiv überbelichtet, unschöne Schlagschatten: Vor allem beim Einstieg in die manuelle Fotografie gibt es viele Gründe, direkt wieder mit dem neuen Hobby aufzuhören. Auch wenn du noch so verzweifelt am Einstellrad der Blende drehst: Du hast das Gefühl, dass dein Ergebnis einfach nicht so aussieht, wie du es dir wünschst. Die einzig sinnvolle Lösung scheint jetzt, einfach wieder im Automatik-Modus weiter zu knipsen. Gib aber nicht auf!

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Wir haben eine schlechte und eine gute Nachricht für dich. Zuerst die schlechte: Wir müssen alle durch diese frustrierende Anfangsphase. Denn es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Die gute Nachricht: Es gibt leichte Kniffe und Eselsbrücken, die dir aus der Patsche helfen. Hier kommen 6 geniale Eselsbrücken, die dir im Handumdrehen wieder zu mehr Spaß beim Fotografieren verhelfen.

1. “Geht im Sucher keine Sonne auf, hast du noch den Deckel drauf.”

Klingt selbstverständlich, hat aber schon zur ein oder anderen Verzweiflung geführt: Man möchte schnell ein schönes Motiv fotografieren und man sieht im Sucher nichts als Schwarz. Doch keine Sorge! Wirklich jedem ist dieser peinliche Fehler schon einmal passiert. Sorge für freie Sicht durch deine Linse und löse den Deckel vom Objektiv.


2. “Zwischen zwölf und drei hat der Fotograf frei.”

Ein alter Satz, der aber auch heute nichts von seiner Gültigkeit verloren hat. Doch was hat es mit dem berühmten Merksatz auf sich? Zwischen zwölf und drei Uhr sorgt das senkrecht einfallende Licht der Mittagssonne für unschöne Schlagschatten. Egal ob Porträt oder Landschaftspanorama: In der grellen Mittagssonne sind die Bilder für die Tonne! Versuche stattdessen zur Dämmerung zu fotografieren. Das weiche Seitenlicht wird wirklich jedem Fotomotiv schmeicheln.


3. “Für Schärfe ohne Ende, nimm die kleinste Blende.”

Nichts bereitet beim Einstieg in die manuelle Fotografie mehr Kopfschmerzen als die Blende. Wie war das nochmal mit der Blendenöffnung und der Hintergrundunschärfe im Bild? Für Schärfe ohne Ende, nimm die kleinste Blende! Folglich sorgt eine kleine Blendenöffnung für maximale Schärfe, während eine große Blende den Hintergrund eher unscharf zeichnet. Hat man diesen kleinen Merksatz erst einmal im Kopf, wird man so schnell nicht mehr aus der Ruhe zu bringen sein. Doch Vorsicht: Eine kleine Blende bedeutet eine hohe Zahl (z.B. f/16 oder f/22).

Eine kleine Blende sorgt für durchgängige Schärfe im Bild.

4. “Bei Kind und Tier, nimm Blende 4.”

In der Porträtfotografie greift man häufig auf große Blendenöffnungen zurück (z.B. f/1.4 oder f/2.0). Mit ihnen wird das Gesicht schön vom unscharfen Hintergrund freigestellt. Der Nachteil: Bewegt sich das Motiv, ist der Fokus schnell verrutscht. Fotografiert man demnach Kinder oder Tiere, empfiehlt es sich, die Blende etwas zu schließen. Denn die quirligen Motive neigen dazu, nicht stillhalten zu können. Eine Blende von f/4 stellt dann sicher, dass der Fokus richtig sitzt.


5. “Die Sonne lacht, nimm Blende 8.”

Eine Faustregel bei gleißendem Sonnenschein lautet, die Blende etwas zu schließen. Der Grund dafür ist, dass dein Foto andernfalls schnell überbelichtet wird. Um einen ausgebrannten Himmel oder weiße Flächen zu vermeiden, solltest du die Blende etwas schließen. Dadurch gelangt weniger Licht auf den Kamerasensor und dein Bild wird trotz grellem Licht richtig belichtet. Möchtest du lieber mit einer geöffneten Blende fotografieren, solltest du eher bei bewölktem Wetter losziehen oder einen Platz im offenen Schatten suchen.


6. “Vordergrund macht Bild gesund.”

Für diejenigen unter euch, die die Blende bereits beherrschen, kommt hier noch ein Kompositionstipp. Häufig konzentrieren wir uns beim Fotografieren lediglich auf unser Hauptmotiv und dessen Hintergrund. Möchtest du hingegen mehr Tiefe im Bild erzeugen, solltest du deinem Motiv zusätzlich noch einen Vordergrund verleihen. Damit schaffst du eine dreidimensionale Bildwirkung, die deine Fotografie auf ein neues Level hebt. Nutze hierfür Objekte oder Gegenstände, die sich vor deinem Hauptmotiv befinden und lasse diese ein wenig vom Bildrand in dein Foto hineinragen. Am besten wirkt der Look, wenn du deine Blende ganz weit öffnest, sodass der Vordergrund schön weichgezeichnet wird.

Die unscharfen Blumen am unteren Bildrand werten das Foto auf.

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