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Die Blende – Was ist das eigentlich und wie stelle ich sie richtig ein?

Die Blende – Was ist das eigentlich und wie stelle ich sie richtig ein?

Jeder, der sich mit der Fotografie auseinandersetzt, stößt früher oder später auf die drei Grundbegriffe der Fotografie: Blende, Belichtungszeit und ISO. Was die Belichtungszeit ist, verrät der Name, auf die ISO sind wir hier eingegangen. Wir schauen uns in diesem Artikel die Blende und ihre Funktion an.

Zuerst möchten wir einen kleinen Test mit dir machen. Kneife deine Augen fast komplett zu – du merkst, dass du alles ein wenig schärfer siehst, auch wenn es etwas dunkler wird. Nun öffne die Augen so weit als möglich – es wird sehr hell im Sichtfeld, jedoch siehst du nur scharf, was du direkt anschaust. So ähnlich verhält es sich mit der Blende in deinem Objektiv.

Die Blende ist ein Teil deines Objektivs und funktioniert mechanisch. Meist sind es acht bis zehn abgerundete Lamellen welche kreisförmig angeordnet sind. Die Öffnung des Lamellenkreises bestimmt, wieviel Licht eintritt. Sicher sind dir Angaben wie f/1.4, f/2.8, f/5.6 oder f/11 bereits begegnet. Diese Bezeichnung sagt aus, wie weit die Blende geöffnet ist und ist die Blendenzahl.

Als Faustregel gilt: Je niedriger die Blendenzahl ist, um so weiter geöffnet ist die Blende und um so mehr Licht kommt auf deinen Sensor.

Das ist wie beim Bruchrechnen. 1/8 ist weniger als 1/2, also kleine Zahl – große Öffnung, große Zahl – kleine Öffnung. Die niedrigste Blendenzahl hängt von deinem Objektiv ab, meist liegt der Bereich bei Zoom-Objektiven zwischen f/3.5-f/21. Hochwertige Zoom Objektive haben eine Anfangsblende von f/2.8 und Festbrennweiten sogar f/1.8 oder f/1.2.

Bewusstes Einsetzen der Blende

Stelle die Kamera auf den A-Modus und ISO 100, somit kannst du die Blende festlegen und die Automatik passt die Belichtungszeit an. Nun kannst du je nach Lichtverhältnissen feststellen wie sich die Belichtungszeit verlängert, je weiter du die Blende schließt. Gleichzeitig fällt auf, dass der Rand und Hintergrund um das Motiv immer deutlicher und schärfer werden. Diese Unschärfe bei geöffneter Blende wird Bokeh genannt und macht viele Bilder erst zu einem Hingucker, da das Motiv im Blickfeld steht. Offenblende von f/1.8 wird gerne in der Porträtfotografie eingesetzt. Das Schärfefeld für Landschaften beispielsweise ist hingegen bei etwa f/5.6 bis f/11 je nach Brennweite und Lichtgegebenheiten.

Ein weiteres fotografisches Stilmittel sind Blendensterne. Hierfür wird die Blende auf f/13 oder noch weiter geschlossen. Meist ist schon eine längere Belichtungszeit erforderlich, daher sind diese Aufnahmen meist nur mit Stativ zu erstellen. Durch die geschlossenen Blendenlamellen entstehen an Lichtquellen wie beispielsweise Straßenlaternen sternförmige Lichtstrahlen.

Probiere auch aus mit einem Telezoom im Bereich von 70-250mm und einer Blende von f/4 ein etwas weiter entferntes Motiv zu fotografieren. In diesem Brennweitenbereich kannst du auch mit dieser Blendenzahl noch den Hintergrund in ein schönes Bokeh bekommen – die Entfernung macht den Unterschied.

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