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Farbloser Februar? Drei Tipps für tolle Fotos in diesem Monat

Wenn es draußen noch ungemütlich kalt, düster mit kurzen Tagen ist, bist du nicht motiviert zum Fotografieren? Du hast keine Inspiration was du im Bild festhalten kannst da die Natur noch grau in grau erscheint? Auch an kurzen Tagen im kurzen Monat Februar gibt es trotzdem genügend Motive.

Bunt – bunter – Karneval

Seit Jahrhunderten wird zur Karnevals- und Fastnachtszeit mit bunten Masken, Kostümen und Wagen die Wintergeister vertrieben. Was bietet sich somit mehr an, als diese Pracht an Farben zu fotografieren? Schillernde Gardeuniformen und fröhliche Menschen in Köln, Mainz oder Düsseldorf auf den Umzügen. Schaurig schöne Holzmasken, glockenbehängte Kostüme und Hexen auf Besen beim Narrensprung in Rottweil. Du merkst, selbst bei nebligem Wetter wirst du dort eindrucksvolle Motive finden.

Sei dabei kreativ, nutze eine offene Blende, um außerhalb eines Maskenkopfes das Umfeld im Bokeh verschwinden zu lassen. Suche dir außergewöhnliche Perspektiven von Balkonen aus. Stelle dich unter die Wagen und fange mit kurzen Belichtungszeiten fliegendes Konfetti oder Bonbons im Bild ein. Ziehe mit etwas längerer Belichtungszeit bei vorbeitanzenden Menschen mit, dies gibt einen dynamischen Effekt.

Selbst wenn du kein eingefleischter Karnevalsjeck oder ein Funkenmariechen bist wirst du viel Spaß beim Fotografieren haben. Bedenke bei der Veröffentlichung der entstandenen Bilder jedoch die DSGVO, wenn Personen deutlich zu erkennen sind.


Zauberhaftes Zwielicht

Besonders nach kalten trockenen Winternächten geht die Sonne am Morgen oft spektakulär auf. Hierfür musst du dann auch nicht weit reisen, eine schöne Location auf einem Hügel in der Nähe genügt meist schon. Wenn sich im Tal der Nebel sammelt und die Sonne am klaren Himmel aufgeht, erscheint die Welt wie verzaubert. Kommt frostiges Glitzern von Eis oder Schnee dazu bieten sich Motive ohne Ende.

Ein Tipp um das Farbspiel beim Sonnenaufgang beeindruckend sichtbar zu machen: Setze die ISO auf 400 fest und belichte bei offener Blende (f3.5 oder f2.8) etwa 1/60 sek. Nimm in RAW auf. Selbst wenn dein Bild in der Kamerarückschau dunkel erscheint, in der Nachbearbeitung kommt das Morgenrot magisch in Erscheinung. Hast du ein Stativ zur Hand versuche bei ISO 400 und einer Belichtungszeit von 1/15 sek die Blende so weit als möglich zu schließen (f7.1-f11) hierdurch erscheinen Sonnenstrahlen.


Wintermond und sternenklare Nächte

Am 09. Februar 2020 ist wieder Vollmond. Wenn dazu noch Schnee liegt ist es die perfekte Gelegenheit für einmalige Bilder. Idealer Weise ist der 08. Februar ein Samstag, damit kannst du am nächsten Morgen auch ausschlafen. Mit Fotorucksack, Stativ und einer Thermoskanne Tee findest du dich schnell in die romantische Stimmung und kannst dir nach Lust und Laune Perspektiven suchen, die ebendiese Stimmung festhalten. Da der Vollmond sehr hell ist kannst du mit ISO 800 und offener Blende sehr viel frei Hand Fotografieren. Ein ganzes Nachtpanorama von einem Berg aus gelingt dir mit einem Weitwinkelobjektiv und Stativ am besten. Hier wählst du ebenfalls ISO 800 und eine Belichtungszeit von 1/15 oder noch länger um bei einer Blende von f7.1 ein scharfes Gesamtbild zu erreichen. Nutze zum Auslösen die 2 sek Verzögerung oder einen Fernauslöser, damit vermeidest du ein Verwackeln. Der Autofokus sollte bei diesem Licht noch funktionieren, suche dir als Fokuspunkt den Vollmond. Möchtest du die große fahle Scheibe näher holen nutze ein Teleobjektiv mit 250mm oder noch mehr Brennweite. Auch hier braucht es keine allzu langen Belichtungszeiten.

Die darauffolgenden Nächte etwa eine Woche später bieten sich aufgrund ihrer Länge und des abnehmenden Mondes auch sehr gut zur Sternenfotografie an. Sollte es dazu noch frostige Minusgrade haben ist die Luft frei von flirren. Wieder kannst du warm verpackt und mit einer Thermoskanne heißem Tee losziehen. Dieses Mal suchst du dir eine Waldlichtung weit weg einer Straße und Wohnhäusern, da so keine Lichtverschmutzung auftritt.

Für den Sternenhimmel eignet sich eine Brennweite im Bereich von 18-24mm. Eine offene Blende von f3.5 oder f2.8 und ISO 1600 bringen genügend Licht auf den Sensor. Auf dem Stativ löst du die Kamera am besten per Fernauslöser oder 2 sek Verzögerung aus. Die Belichtungszeit liegt für schöne Ergebnisse zwischen 10 und 20 Sekunden. Bei längerer Belichtung beginnen die Sternenpunkte durch die Erddrehung als Streifen zu verwischen.

Zum Fokussieren nutzt du das Live-View im Display bei manuellem Fokus. Hier hilft dir die Bildschirmlupe beim finden des Schärfepunktes.

Wichtig ist, dass du nach einer solch frostigen Foto Tour die Kamera und Objektive langsam wieder an die warme feuchte Luft gewöhnst. Kondenswasser kann die empfindliche Elektronik beschädigen und in den Objektiven können sich im feuchten Klima Pilze bilden.


Fazit

Farbloser Februar? Definitiv nicht. Auch dieser Monat bietet dem offenen Auge eines kreativen Fotografen genügend Motive und Gelegenheiten sich und andere mit eindrucksvollen Bildern zu beglücken. Wenn es dir draußen doch zu kalt ist in den Winternächten versuche dich zuhause in Makro-Fotografie, oder übe Porträts mit deiner Partnerin. Ebenso interessant und produktiv kann das Aufräumen und sortieren der Bilderdatenbank sein – das hast du dir eh schon lange vorgenommen.

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