Highspeed-Fotografie mit Wassertropfen

Was spektakulär aussieht, ist mit ein wenig Knowhow, deinem Foto-Equipment und ganz gewöhnlichen Küchenutensilien auch zu Hause umsetzbar:

Sicherlich kennst du diese tollen Bilder von Wassertropfen, die gerade in dem Moment fotografiert wurden, wenn sie auf der Wasseroberfläche aufkommen und Wellen schlagen. Michael Damböck und Fujifilm verraten dir, wie das funktioniert.

© Timo Imbrogno | FUJIFILM X-T3 | F16| 1/250 Sek. | ISO 200 | 140mm

Dein benötigtes Equipment:

  • eine Kamera auf einem Stativ
  • ggf. ein Fernauslöser
  • ein Blitz (am besten entfesselt)
  • idealerweise ein Stativ für den Blitz
  • ein Infusionsbesteck aus der Apotheke – damit gelingen wiederholende Tropfen an exakt der gleichen Stelle. Alternativ kannst du auch einen mit Wasser gefüllten Beutel verwenden, den du vorsichtig einstichst.
  • eine mit Wasser gefüllte Schüssel, die den Tropfen auffängt
  • eine Möglichkeit, das Infusionsbesteck oder den Beutel aufzuhängen, z. B. ein Galgenstativ oder eine Stehlampe. Hier ist etwas Einfallsreichtum gefragt.
  • Für perfekte Ergebnisse nutzen Profis ein programmierbares Magnetventil.
  • einen weißer oder bunter Hintergrund, Wand/Pappe
  • Farbe kann auch in der Bildbearbeitung oder mit Farbfolien vor dem Blitz erzeugt werden.
© Andrea & Herbert Krelaus | FUJIFILM X-H1 | F16 | 1/250 Sek. | ISO 200 | 80mm

Die optimalen Einstellungen deiner Kamera

Nach dem Aufbau deines Set-ups geht es anschließend an die optimalen Einstellungen deiner Kamera. Hierfür wählst du zunächst einmal den manuellen
Fokusmodus „M“. Jetzt musst du nur noch den Fokus deiner Kamera einstellen. Dazu nimmst du ein Hilfsmittel, zum Beispiel einen Stift oder einen Finger und positionierst ihn dort, wo der Tropfen fällt. Fokussiere mit deiner Kamera nun diesen Gegenstand – fertig.

Empfohlene Belichtungseinstellungen

  • Blende: Wähle eine mittlere Blendenzahl, um ausreichend Schärfentiefe in deinem Motiv zu erhalten. Ein Wert um Blende f/8 bis f/11 ist hier eine gute Wahl.
  • Verschlusszeit: Da du einerseits den Wassertropfen einfrierst, andererseits aber auch die Kamera mit dem Blitz synchronisieren willst, wählst du hier eine Verschlusszeit von 1/200 Sekunde.
  • ISO-Wert: Versuch deinen ISO-Wert so niedrig wie möglich zu wählen. Mit einem Wert von ISO 200 sorgst du dafür, das Bildrauschen gering zu halten.
  • Blitzleistung: Da du die Belichtung in der Kamera manuell einstellst, empfiehlt sich auch eine manuelle Blitzeinstellung. Ein guter Startwert liegt hier im Bereich von 1/8 bis 1/16. Den richtigen Wert findest du schnell mit einigen Testaufnahmen. Die Blitzleistung sowie der Abstand vom Blitz zum Tropfen verändert die Bildhelligkeit.
© Michael Damböck | FUJIFILM X-T2 | F11 | 1 Sek. | ISO 320 | 55mm

Los geht’s

Wenn du dich für die Option mit dem Wasserbeutel entschieden hast, kommt jetzt der Zeitpunkt, ihn anzustechen. Das funktioniert ganz einfach mit einer Stecknadel. Der Vorteil des Beutels ist, dass er kontinuierlich Tropfen erzeugt. Verwendest du die Pipette, musst du die Tropfen nach und nach selber händisch produzieren. Und jetzt sind ein gutes Augenmaß und Fingerspitzengefühl gefragt: Beobachte genau, wann der Wassertropfen die Oberfläche trifft – und drücke ab. Du wirst wahrscheinlich einige Versuche benötigen, bis du den richtigen Moment erwischst.

Das erste Motiv ist nun im Kasten?

Perfekt! Dann wird es jetzt Zeit, noch ein wenig kreativer zu werden. Füge deinem Wasser doch einfach ein wenig Lebensmittelfarbe hinzu oder versetze es mit Spülmittel, um weitere tolle Effekte zu erzeugen. Oder arbeite am Timing oder an der Anzahl der Tropfen. Natürlich können auch verschiedenfarbige Hintergründe oder das Versetzen des Blitzes schon eine ganz andere Wirkung auf das Ergebnis haben. Trau dich und werde kreativ!

© Michael Damböck | FUJIFILM X-T2 | F11 | 1 Sek. | ISO 200 | 55mm

Wenn du sehen willst, wie der X-Photographer Michael Damböck das Ganze umgesetzt hat, dann schau dir dieses Video an. Besonders interessant: Michael zeigt auch direkt, wie er die entstandenenBilder nachbearbeitet. Weitere Tipps zur experimentellen Fotografie findest du auch auf seiner Website.

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