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In 5 Schritten zu eisigen Makro-Fotos

In 5 Schritten zu eisigen Makro-Fotos

Graue Tage und eisige Temperaturen bieten alles andere als komfortable Bedingungen für ein Foto-Shooting im Freien. Dennoch zaubern die Minusgrade einzigartige Kristalle, mit denen du eisige Makro-Fotos aufnehmen kannst. Was du dafür beachten musst, erklären wir dir in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.


Nahaufnahmen von Blättern, Zweigen und Früchten sind immer faszinierend. Aber gerade im Winter, wenn Frost die winzigen Objekte aufhübscht, wirken sie noch fotogener. Zeit also, ein winterliches Makro-Foto aufzunehmen! Wir zeigen dir in fünf einfachen Schritten, wie das gelingt.

1. Ein Motiv suchen

Es gibt viele Objekte, die sich für frostige Makro-Fotos eignen. Gerade in ländlichen Regionen, in denen es im Winter klirrend kalt wird, wimmelt es nur so von geeigneten Fotomotiven. Wichtig ist nur, dass die Temperaturen nachts dauerhaft unter null Grad fallen. Bei einem Spaziergang durch den Wald finden sich Blätter, Beeren und Tannenzweige, die von Frost gesäumt werden. Aber auch im eigenen Garten werden Fotografinnen und Fotografen schnell fündig. Am frühen Morgen, bevor die Temperaturen steigen, hat man die besten Chancen auf frostige Bildkompositionen. Möchtest du eher einen hellen, weichen Look wie auf unserem Artikelbild, sind bewölkte Tage besser geeignet als Sonnenschein. Die Wolken wirken dann wie eine Art Softbox, die dein Motiv sanft aufhellt.


2. Spannende Komposition wählen

Hast du dich für ein Fotomotiv entschieden, solltest du dich mit einer spannenden Bildkomposition auseinandersetzen. Denn sie ist die halbe Miete auf dem Weg zu einzigartigen Makro-Fotos. Entscheide dich für ein Element, das du in den Fokus stellen willst. Bei Makros gilt: Weniger ist mehr! Schalte nun das Hilfsgitter deines Kameradisplays ein. Platziere dein Motiv statt in der Bildmitte eher dort, wo sich die Linien des Gitters treffen. Dabei spricht man auch von der Drittel-Regel. Das gibt deinem Objekt mehr Aussagekraft und sorgt für eine ausgeglichene Bildwirkung. Du kannst dir darüber hinaus vorherrschende Linien und Strukturen zunutze machen, indem du diese in den Fokus rückst. Stiele und Zweige funktionieren dann wie Leitlinien, die dem Blick eine Richtung geben. Besonders stimmungsvoll sind Makros, bei denen zudem ein verschwommener Vordergrund zu erkennen ist. Das schafft Tiefe für eine dreidimensionale Bildwirkung.


3. Kamera einstellen

Damit dein Makro-Foto so richtig gut zur Geltung kommt, ist die richtige Kamera-Einstellung entscheidend. Am besten du verwendest ein Tele- oder Zoomobjektiv mit einer Brennweite von 80mm oder mehr. Mit ihnen kannst du schön nah an dein Motiv heran. Öffne zunächst die Blende so weit wie möglich. Je offener die Blende (also je kleiner die Blendenzahl), desto unschärfer wird der Hintergrund gezeichnet. Bei Werten von f/2.0 oder kleiner wird dein Motiv so richtig schön vom Hintergrund freigestellt. Und genau das ist es, was wir in der Makrofotografie wollen. ISO solltest du so klein wie möglich halten, um Bildrauschen zu vermeiden (am besten zwischen 100 und 400). 

Bei großen Brennweiten besteht die Gefahr, dass deine Fotos verwackeln. Stelle deine Kamera deshalb unbedingt auf ein Stativ. So kannst du auch bei längeren Belichtungszeiten sicherstellen, dass alles scharf wird. Nun kannst du dein Hauptmotiv fokussieren. Verwende hierfür am besten den manuellen Fokus. Dann hast du die maximale Kontrolle über deinen Schärfepunkt.


4. Auslösen

Das Auslösen ist in der Makrofotografie mehr als nur das Drücken eines Knopfes. Denn wie bereits erwähnt, sind die Nahaufnahmen sehr anfällig für Verwackler. Mit diesen kleinen Tricks kannst du das Auslösen so ruhig wie möglich gestalten: Schalte zunächst den Bildstabilisator aus. Sorge bei Spiegelreflexkameras zudem dafür, dass die Vorauslösung des Spiegels eingeschaltet ist. Das Hochklappen des Spiegels sorgt nämlich sonst für eine störende Erschütterung am Gehäuse. Jetzt bist du bereit zum Auslösen. Am besten nutzt du dafür den Selbstauslöser oder die Fernauslösung am Handy. So kannst du dir sicher sein, dass dein Foto am Ende knackscharf ist. Mach am besten mehrere Aufnahmen, sodass du am großen Bildschirm zuhause entscheiden kannst, welches dein bestes Resultat ist.


5. Bearbeiten

Über die Bildbearbeitung kannst du deinem Makro-Foto noch den letzten Schliff verpassen. Bei kostenpflichtigen Programmen wie die Lightroom und Photoshop hast du die meisten Funktionen. Stattdessen tun es aber auch kostenlose Softwares wie zum Beispiel VSCO Cam. Damit dein Foto richtig schön frostig wirkt, kannst du den Weißabgleich etwas kühler stellen. Der bläuliche Look passt perfekt zum Winter. Falls Schnee auf deinem Foto zu sehen ist und dieser grau und schmutzig wirkt, kannst du diesen über den Regler “Weiß” strahlender erscheinen lassen. Jetzt noch etwas den Kontrast erhöhen und ein bisschen nachschärfen und fertig ist dein frostig schönes Wintermakro!


Kommentare anzeigen (2)
  • Hallo Maren, danke für die tollen Anregungen. Als engagierter Hobbyfotograf stellt sich mir eine Frage: welche Vorkehrungen triffst Du, damit Deine Kamera samt Objektiven den Wechsel von der Wärme in die eisige Kälte und dann wieder zurück schadlos übersteht?

    • Hallo Spoerhase, erst mal danke für dein Feedback zu meinem Beitrag. Beim Wintershooting in eisigen Temperaturen achte ich immer darauf, die Kamera nicht extrem zu “Schock-frosten”. Das bedeutet, das Gerät schrittweise auf das Temperaturgefälle vorzubereiten. Hier gibt’s verschiedene Möglichkeiten: Die Kamera vor dem Shooting schon an eine kühlere Stelle legen, die Heizung im Auto aus lassen oder die Kamera noch eine Weile in der Hülle im Rucksack lagern. Auf diese Weise verhindere ich, dass sich Feuchtigkeit auf den Gläsern absetzt. Dasselbe gilt natürlich für den Wechsel von kalt nach warm. Auch diese kleinen Tütchen mit Trockengranulat können helfen! Ich hoffe, das hilft dir 🙂

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