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„Landschaftsfotografie hat für mich einen meditativen Charakter.“

Die Fotografie ist für Andreas Pacek immer mit Passion und Hingabe verbunden. Und genau das sieht man den tollen Landschaftsaufnahmen aus ganz Deutschland auch an. Die besten Fotos sind nun auch in seinem neuen Buch “Fototour Deutschland” erschienen.

Mit Architektur-, Landschafts- und Reportage-Fotografie bedienst du drei sehr unterschiedliche Genres der Fotografie. Was reizt dich an den verschiedenen Fotothemen?

Die Architektur-Fotografie ist eine sehr ruhige Fotografie. Man muss sauber mit Linien und Objekten arbeiten. Es gibt viele spannende Gebäude. Hier fotografiere ich primär Auftragsarbeiten. Die Landschaftsfotografie ist meine größte Leidenschaft. In der Natur bin ich dem Himmel nah, ich warte auf einen schönen Sonnenaufgang oder dass sich der Nebel auflöst. Ich bin auch immer wieder gerne an schönen Stellen, wie der Rheinschleife über Boppard oder an der Mosel. Die Reportage- und Streetfotografie ist die spannendste Disziplin. Es geht viel um Menschen, Gesichter und Geschichten.

Nikon D750 mit 12-24mm f/4.5-5.6 12 mm (KB) | f/5,6 | 1/20 s | ISO 640
Fujifilm X-T10 mit 18-55mm f/2.8-4 27 mm (KB) | f/2,8 | 1/17 s | ISO 1600

Im Moment fokussierst du dich auf die Landschaftsfotografie. Das hat sicher auch etwas mit der aktuellen Corona-Situation zu tun. Was schätzt du an der Landschaftsfotografie, wo liegen die Herausforderungen?

Ich fotografiere schon lange Landschaften. 2012 ist mein erster Bildband über den Mittelrhein erschienen. Aber du hast Rest, der Bereich People/Reportagen/Event ist durch Corona dieses Jahr quasi zum Stillstand gekommen. Ich habe im April für einen Reiseführer Bilder fotografiert, es war fast unmöglich brauchbare Fotos von Innenstädten zu machen, weil ja alle Menschen mit Masken unterwegs waren. Und tatsächlich hat man dieses Jahr auch den Unterschied in der Natur gemerkt. An vielen Orten, die man besuchen durfte, waren mehr Besucher als in den letzten Jahren unterwegs.

Auf Helgoland hingegen war ich direkt nach der Wiederöffnung im Juni. Hier waren erst wenige Besucher auf der Insel und ich war zum Sonnenaufgang alleine an den berühmten Vogelfelsen. Das war eine schöne Erfahrung. Die Landschaftsfotografie hat für mich einen meditativen Charakter. Die größte Herausforderung ist das passende Licht und Wetter. Schöne Landschaftsfotos ergeben sich erst, bei spektakulären Wetterstimmungen, wie Nebelschwaden, ein Gewitter das abzieht, oder ein schöner Sonnenuntergang. Bei komplett blauem
Himmel oder Hochnebel fotografiere ich ungern Landschaften.

Dürfen wir in deine Fototasche schauen? Was hast du immer dabei?

Na klar … Ich arbeite mit mehreren Setups. Bei Kundenterminen nutze ich Nikon Vollformat-Kameras wie die D750 und die lichtstarken Objektive wie das Nikkor 35mm/1,8 und das Nikkor 70-200mm/2,8, Blitze und bei Bedarf auch meine Drohne Dji Mavic Pro 2. In der Landschaftsfotgrafie bin ich meistens mit leichterem Equipment unterwegs, hier die Fujifilm X-H1, Fujifilm X-T20, mein Lieblingsobjektiv das Fujinon 10-24, das Fujinon 18-55mm und das Fujinon 50-230mm und ein Reisestativ. Manchmal kommt auch die Vollformat-Kamera mit einem Sigma 12-24mm mit, Verlaufsfilter und wenn es der Spot erlaubt, dann ist meine Drohne auch mit dabei.

Dein neues Buch „Fototour Deutschland“ ist gerade erschienen. Dort stellst du die schönsten Orte in Deutschland mit Infos zur Anfahrt, Parkplatz, Foto-Tipps vor. Welche Orte sind deine drei Top-Fotospots für den Spätsommer?

Das ist eine gute Frage. Der Topspot für den Spätsommer ist die Lüneburger oder andere Heidegebiete. Im August blüht die Heide in Lila Farben wie ein Gemälde. Hier ist besonders der Besuch so Mitte August zum Wilseder Berg, dem höchsten Punkt der Lüneburger Heide, zu empfehlen.
Der August ist auch ein guter Zeitpunkt um die Ostsee zu besuchen. Ein wunderschön- schauriger Ort ist der Gespensterwald Nienhagen. Der Wald ist noch schön grün und anschließend sind wir noch in die Ostsee gesprungen.
Im Spätsommer bin ich gerne in den Alpen unterwegs. Das Wetter ist häufig noch angenehm und auch für Wanderungen ins Hochgebirge noch passend. Im September hatten wir am Schrecksee schon den ersten Schnee, die Berge waren weiß angezuckert und damit noch schöner als Motiv.

Welche Projekte stehen in naher Zukunft an? Ist eine Ausstellung oder ähnliches geplant?

Aktuell zeige ich in einer Gemeinschafts-Ausstellung in Neuwied zum Thema Paradiese zwei Drohnenbilder paradiesischer Alpenseen. Tatsächlich würde ich gerne meine ganzen Deutschlandbilder in einer großen Ausstellung zeigen. Dies ist aber ja aktuell schwierig. Im Herbst bin ich den Alpen für meinen Fototour Deutschland-Blog unterwegs. Und ich plane schon seit längerem ein größeres Reportage-Projekt im ehemaligen Jugoslawien. Vielleicht klappt es im nächsten Jahr.


55 deutsche Traumplätze stellt Andreas Pacek in „Fototour Deutschland“ vor. Er zeigt uns Landschaften von den Alpen bis zur Nordsee, für die es sich lohnt, Deutschland neu zu entdecken.


Andreas Pacek (48) ist Diplom-Informatiker. Aus der tiefen Leidenschaft zur Fotografie wurde mit der Zeit sein heutiger Beruf: Er arbeitet als Fotograf und betreut Projekte im E-Learning- Bereich. pacek.de


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