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Landschaftsfotos mit Nebel: So geht’s!

Landschaftsfotos mit Nebel: So geht’s!

Wie im Märchen: Fotografinnen und Fotografen lieben den Herbst für seinen geheimnisvollen Nebel. Hier kommen ein paar hilfreiche Tipps, damit dein mystisches Landschaftsfoto gelingt.


Egal ob blühende Blumenwiesen, goldene Laubwälder oder verschneite Berge: Landschaftsfotos sind zu jeder Jahreszeit spannend. Doch gerade der Herbst sorgt mit seinen Temperaturschwankungen für besondere Abwechslung in der Landschaftsfotografie. Denn dann steigt die Chance für geheimnisvolle Aufnahmen im Nebel. Um die besondere Atmosphäre einzufangen, braucht es nur etwas Planung und Glück.

Wie man Nebel findet

Nebel verleiht Feldern und Wäldern einen mystischen Look, den man bei Sonnenschein niemals erzeugen könnte. Um ihn anzutreffen, kann es sehr hilfreich sein, regelmäßig einen Blick auf den Wetterbericht zu werfen. Hier kommen die Temperaturen ins Spiel! Die idealen Voraussetzungen herrschen, wenn auf kalte Nächte warme Tage folgen. Es gibt auch Wetterkarten, die explizit den Nebel in der Region markieren. So zum Beispiel hier.

Die höchsten Chancen für herbstlichen Neben gibt es am Morgen. Ziehe deshalb unbedingt am frühen Morgen los, um tiefstehende Nebelschwaden einzufangen. Bei Bodennebel solltest du allerdings darauf achten, nicht mitten im Schleier zu stehen. Sonst wird auf deinem Foto nichts mehr von der Landschaft zu sehen sein. Von einem etwas erhöhten Standpunkt aus gelingen bessere Aufnahmen.

Nebelschwaden findet man übrigens häufig über Seen und anderen Gewässern. Suche dir für eine spannende Komposition ein Objekt, das trotz des Nebels sichtbar ist. Das kann zum Beispiel ein Steg sein, der in der Ferne im Nebel versinkt. Oder ein Baum, der deinem Foto einen Fokus verleiht.

Fotografieren im Nebel

In der Landschaftsfotografie sind vor allem kurze Brennweiten beliebt. Dadurch kannst du die Weite eines Waldes oder einer Bergformation am besten festhalten. Bei kühlem Wetter solltest du zudem an ausreichende Ersatzakkus denken. Denn gerade am frühen Morgen, wenn das Thermometer Richtung null geht, entladen sich die Akkus besonders schnell.

Auch in Sachen Kameraeinstellungen gibt es bei Nebel ein paar Dinge zu beachten. Vorab solltest du unbedingt darauf achten, in RAW zu fotografieren. So hast du in der Nachbearbeitung die maximale Kontrolle über helle und dunkle Bereiche im Bild.

Die Kamera richtig einstellen

Außerdem kann es sehr hilfreich sein, manuell zu fokussieren. Denn der Autofokus tut sich aufgrund des fehlenden Kontrastes oft schwer, einen Fokuspunkt zu finden. Halte ISO immer so gering wie möglich, um beim Fotografieren die maximale Bildqualität zu haben.

Wie in der Landschaftsfotografie üblich, kannst du auch bei Nebelfotos die Blende schließen. Die meisten Objektive haben bei Blendenwerten von f/8 die beste Abbildungsleistung. Außerdem stellst du so sicher, dass dein Foto eine schöne Tiefenschärfe hat. Möchtest du klare Konturen in deinem Nebelbild, dann wähle eine kurze Belichtungszeit.

Lange Belichtungen für sanfte Fotos

Allerdings können bei Sonnenaufgang Langzeitbelichtungen sehr reizvoll sein. Denn die mikroskopisch kleinen Wassertröpfchen sind stets in Bewegung und sorgen so für einen sanften Schleier. Bei Langzeitbelichtungen wirkt Nebel wie eine Mischung aus Wolken und fließendem Wasser. Schließe die Blende und nutze einen Graufilter falls die Sonne schon für ausreichend Licht sorgt. Der Graufilter sorgt dafür, dass ein Teil des Lichts geschluckt wird und dein Foto trotz der Langzeitbelichtung nicht überbelichtet wird. Als nächstes kannst du die Belichtungszeit auf mehrere Sekunden erhöhen. Hierfür sollte dein Gerät auf jeden Fall auf einem Stativ stehen. Ansonsten werden Erschütterungen und Verwackler am Gehäuse sichtbar sein.

Der letzte Feinschliff

Du kannst den Nebellook auf deiner Landschaftsaufnahme in der Nachbearbeitung noch perfektionieren. Lightroom hat eine Funktion für Dunst. So kannst du den Nebeleffekt im Nachhinein noch verstärken oder reduzieren. Außerdem kannst du die Lichter ein wenig reduzieren, um in hellen Bereichen des Nebels wieder mehr Struktur zu gewinnen. Möchtest du noch mehr Konturen in Bäumen oder Gebäuden, kannst du außerdem den Kontrast ein wenig erhöhen.


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