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Langweilige Landschaftsfotos retten

Langweilige Landschaftsfotos retten

Blumenwiesen, Bergketten, Badestrände: Häufig kehrt man von traumhaften Aussichtspunkten zurück und die Fotos sind nicht mal halb so schön, wie das Naturspektakel selbst. Doch Landschaftsfotos kann man häufig durch etwas Nachbearbeitung richtig glänzen lassen. Wir verraten, wie das geht!


Gerade Einsteigerinnen und Einsteigern fällt es häufig schwer, Landschaften fotografisch in Szene zu setzen. Und das, trotz des traumhaften Settings. Das hat auch einen Grund: Während die räumliche Wahrnehmung unseres Gehirns live für gigantische Weiten sorgt, wirken Landschaften auf Fotos meist flach und zweidimensional. Natürlich kannst du durch ein paar Tricks dafür sorgen, dass mehr Tiefe im Bild entsteht. Doch sind die Fotos bereits im Kasten, kommen diese Tipps leider zu spät. Aber keine Sorge: Wir zeigen dir, wie du deinen Landschaftsfotos auch im Nachhinein noch das gewisse Etwas verleihen kannst.

In RAW fotografieren

Vorab ein kleiner aber feiner Trick in Sachen Landschaftsfotografie und Bildbearbeitung: Fotografiere immer in RAW. Denn das “rohe” Bildformat garantiert ein Maximum an Farb- und Belichtungsinformationen im Bild. Viele Handy- und Digitalkameras nutzen JPG als gängiges Bildformat. Allerdings ist JPG nichts anderes als eine feste Interpretation deiner Aufnahme. Natürlich kann man auch JPGs im Nachhinein noch bearbeiten. Aber die Interpretation und die Zusammensetzung deines Fotos ist bereits starrer und weniger veränderbar. Ähnlich wie bei einem entwickelten Fotoabzug in der analogen Fotografie. Zudem gehen meist Bearbeitungen von JPGs mit einem Qualitätsverlust einher. RAW ist hingegen in der Lage, alle Belichtungsinformationen wiederzugeben, die dein Kamerasensor eingefangen hat. Das kann in der Bildbearbeitung sehr nützlich sein. Denn so kannst du verloren geglaubte Details in den hellen und dunklen Bereichen wiederherstellen. Auch Fehler in der Belichtung lassen sich mit RAW leichter korrigieren. Da das Format noch alle Rohdaten beinhaltet, sind RAW-Bilder leider deutlich größer als JPGs.

Himmel separat behandeln

Beim Belichten einer Landschaft konzentriert man sich meist nur auf den Vordergrund. Dadurch erscheint der Himmel jedoch oft als helle, überbelichtete Fläche. Möchtest du dein Landschaftsfoto im Nachhinein zum Glänzen bringen, dann solltest du Himmel und Vordergrund unbedingt separat behandeln. Mit Lightroom kannst du dir hierfür den Verlaufsfilter zunutze machen. Um den Himmel zu markieren, ziehe einfach die Gerade vom oberen Bildrand bis zum Horizont des Bildes. Anschließend kannst du den Himmel selektiv bearbeiten. Um sanfte Details wie Wolken und Farben wiederherzustellen, schiebe den Regler für Lichter nach links. Auch die Funktion “Dunst entfernen” kann hier Abhilfe schaffen. Für eine schöne Abendstimmung wähle den Regler “Tonung” und erhöhe Magenta. Auf diese Weise machst du aus einem langweiligen Himmel einen echten Hingucker.

Wer den Himmel selektiv bearbeitet, bekommt schöne Details zurück.

Kontrast schaffen

Ein weiteres Muss in Sachen Bildbearbeitung von Landschaftsfotos ist der Kontrast. Denn Kameras sind häufig nicht in der Lage, den großen Dynamikumfang der realen Szene wiederzugeben. Du kannst beispielsweise die Gradationskurve leicht S-förmig beugen. Auf diese Weise erzeugst du Kontrast und Tiefe im Bild. Alternativ kannst du auch den Regler für Kontrast erhöhen. Ein Kontrastregler ist Standard in der Bildbearbeitung: Jede normale Software, egal ob Photoshop oder gratis-App, bietet die Möglichkeit, ihn zu steuern.

Intensive Farben

Auch die Farben lassen sich im Nachhinein intensivieren. Das ist eine geniale Chance, denn Landschaften wirken auf Fotos häufig nur halb so farbenfroh, wie sie in Wirklichkeit aussahen. Möchtest du eine Farbstimmung wie zur goldenen Stunde, dann kannst du unter Weißabgleich eine wärmere Farbtemperatur wählen. Bei Lightroom kannst du auch die einzelnen Farbkanäle auswählen und beispielsweise die Grün- oder Gelbtöne separat sättigen und anpassen. Fotos zur goldenen Stunde schmeicheln Grüntöne, die eher in die Gelbrichtung gehen. Hierfür kannst du unter Grün den Regler für “Farbton” nach links ziehen.

Klarheit und Schärfe

Schärfe und Klarheit sorgen für mehr Struktur und Details. Mit den entsprechenden Reglern kannst du die Ergebnisse erzielen, die dir am besten gefallen. Für eine knackige und deutlichere Szene kannst du zudem die Funktion “Dunst entfernen” verwenden. Auf diese Weise erscheinen Täler und Wiesen noch plastischer. Möchtest du hingegen eine mystische und geheimnisvolle Morgenstimmung kreieren, kannst du auch Dunst hinzufügen. Dann wirkt deine Landschaft wie in Nebel gehüllt, was sehr reizvoll sein kann. Achte bei diesem Schritt jedoch unbedingt darauf, die Effekte nur in kleinen Schritten anzuwenden. Ansonsten wirken die Bilder schnell überbearbeitet und künstlich.

Tiefe erzeugen

Im letzten Schritt kannst du deinem Foto noch mehr Tiefe verleihen. Wähle hierfür den Regler für “Vignette”. Indem du deinem Foto eine dezente dunkle Rahmung verleihst, wird der Blick deiner Betrachter*innen regelrecht in das Bild hineingezogen. Es gibt hier meist Einstellungen für die Breite sowie für die Deckkraft des Rahmens.


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