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Langzeitbelichtung am Tag

Langzeitbelichtung am Tag

frankupmeier.de

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Du kennst sicherlich die Fotos, in denen Wolken am Himmel dynamisch auf den Betrachter zu ziehen, Bilder bei denen das Wasser wie Watte aussieht oder wo belebte Plätze plötzlich nahezu menschenleer erscheinen. Das alles ist keine Zauberei, sondern liegt an einem meiner liebsten Fotozubehör-Artikel, den ich dir hier u.a. vorstellen möchte.

Dein benötigtes Equipment: 

  • Stativ
  • Graufilter
  • Fernauslöser (optional)

So setzt du das Motiv um

Um solche Effekte (wie oben beschrieben) zu erzielen, benutze ich einen ND-Filter. Mein Lieblingsfilter ist der, der 10 Blendenstufen Licht „schluckt“. Dieser wird bei den verschiedenen Herstellern anders benannt. Bei einem heisst der Filter ND3, bei einem anderen ND1000 oder BigStopper. Wichtig ist nur, dass du darauf achtest, dass er ca. 10 Blendenstufen Licht schluckt, denn das heißt in der Praxis, dass ihr die Belichtungszeit ver1000facht! 

Beispiel: Du stellst deine Kamera ausnahmsweise mal auf Automatik und machst ein Bild von deiner Wunsch-Location. Mal angenommen das Bild wurde nun bei Blende 8 mit 1/30 sec. aufgenommen. Wenn du nun den Filter verwendest kannst du 1000x solange belichten, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. In unserem Fall wäre das 1/30 x 1000 = 30 sec (als Faustregel). Inzwischen gibt es auch eine App oder entsprechende Umrechnungstabellen, mit der du dir den exakten Wert errechnen kannst. Aber mit der Faustregel liegst du schon immer ganz gut.

Wo Licht ist, ist auch Schatten..

Den Vorteil der längeren Belichtungszeit habe ich dir ja nun dargelegt. Allerdings gibt es auch einen Nachteil: Der Filter ist so dunkel (dicht), dass der Autofokus deiner Kamera bei aufgeschraubtem Filter den Dienst verweigern wird. Du kommst also nicht umhin ein Stativ zu verwenden.

Außerdem musst du die Kamera erst fokussieren lassen, dann die Kamera auf “Manuellen Fokus” stellen, den Filter anbringen, und dann ein entsprechend lang belichtetes Foto machen.

Da mir das mit einem Schraubfilter immer zu umständlich war, bin ich inzwischen auf ein Vorsatzsystem mit Rechteckfiltern umgestiegen. Das hat den Vorteil, ich brauche nur einen Filter/Filterhalter und kann diesen mittels Adapterringen auf jedem Objektiv nutzen. Die Montage ist mit einer Hand und innerhalb von Sekunden erledigt. Dazu sei mir etwas Schleichwerbung erlaubt: Ich nutzt hierzu den Filterhalter von TheFilterDude (ca.25 EUR) und den 10x10cm-ND-Filter von Lee (ca. 120 EUR).

Grauverlaufsfilter

Der Vorteil meines Filterhalters ist, dass ich bis zu 3 Filter gleichzeitig verwenden kann. Ich selbst nutze aber maximal 2 Filter, zum einen ist das der ND1000-Filter, zu anderen ab und an (bei Landschaftsaufnahmen) einen sogenannten Grauverlaufsfilter. Den erkennt man daran, dass der Filter einen linearen Verlauf von dunkel (oben) bis klar (unten) hat, wobei der eigentliche Verlauf auf die obere Hälfte begrenzt ist.

Der Grauverlaufsfilter kommt bei mir zusätzlich zum Einsatz, wenn der Kontrast des Himmels zum übrigen Motiv zu stark ist bzw. die Helligkeit eventuell „ausfressen“ könnte. Dann dunkle ich den Himmel mit diesem Filter zusätzlich ab, so das eine ausgewogene Belichtung des gesamten Motivs möglich ist. Dazu schiebe ich den Anfang der schwarzen Zone des Filters einfach genau auf den Horizont. Das ist eigentlich schon alles.

Menschenleere Plätze

Du möchtest einen belebten Platz menschenleer erscheinen lassen? Durch den dunklen Filter gelangt nur sehr wenig Licht auf den Sensor. Die richtige Belichtung kommt erst durch eine lange Aufnahmezeit, beispielsweise 30 sek. oder länger, zustande.
Wenn nun ein Mensch den fotografierten Platz z.B. in 15 sek. überquert, erscheint er nicht (oder nur schemenhaft) auf dem Foto. Bleibt er allerdings auf einer Stelle stehen, so wird er auch auf dem Foto zu sehen sein.

Probier es mal aus: Suche dir z.B. einen kleinen Platz und denk dir einen Kreis, sagen wir mit 30 Metern Durchmesser. Stelle deine Kamera wie oben beschrieben ein (z.B. 30 sek.). Nun gehst oder rennt du an der Kreislinie entlang auf die gegenüberliegende Seite. Hier bleibst du 15 sek. stehen und gehst/rennst wieder an der Kreislinie zur Kamera zurück. Du wirst auf dem Foto nur an der Stelle erscheinen, an der du 15 sek. verweilt hast.. der Weg dorthin bzw. von dort weg wird nicht auf dem Bild zu sehen sein.

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