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Lookin‘ good!

Lookin‘ good!

Wer möchte das nicht – schöne Porträts von seinen Liebsten. Aber wie geht das, wie erzielt man bestmögliche Looks?

Zuallererst gilt auch hier der Allgemeinsatz: Wer sich wohl fühlt, wirkt besser, wer sich hingegen schlecht fühlt, verlegen, peinlich oder angespannt, strahlt dies auch aus. Daher ist es wichtig, dass sich die Modelle vor der Kamera gut fühlen. Gehören deine Modelle jedoch zu denjenigen, die nicht automatisch vor der Kamera aufblühen, ist es sinnvoll, ihnen erst einmal eine positive Erfahrung zu verschaffen, ein Bild, das gut gelungen ist und dem/der Betreffenden zeigt: Ich bin doch halbwegs fotogen. Nach dieser Erkenntnis fällt vieles leichter – aber nun heißt es, erst einmal dorthin zu gelangen…

Gutes Licht

Gutes Licht ist die halbe Miete, wenn es um Porträts im Sinne von „Kopfbildern“ geht, also dem typischen Bildschnitt im Schulterbereich. Gutes Licht kann aus einer Durchschnittsfrau schon fast ein Topmodel zaubern, ebenso wie schlecht gesetztes Licht aus einer wahren Schönheit einen Zombie machen kann. Was aber bedeutet dieses vielbeschworene „gute Licht“? Es geht hier nicht darum, eine teure Lichtanlage zu besitzen und perfekte Lichtformer. In erster Linie ist es wichtig, die richtige Position des Lichts zu beachten.

Der Allrounder: Fast jedem Menschen steht Licht von leicht oben, das bedeutet also nicht direkt von vorne wie beim kamerainternem Blitz, sondern etwa 30 Grad höher. Zudem sieht es meist am vorteilhaftesten aus, wenn das Licht aus der Richtung kommt, in die die Person ihre Nase gedreht hat – für das Model heißt es also „Nase zum Licht drehen“. Natürlich muss man das Licht je nach Person ein wenig anpassen. Wer eine sehr lange Nase hat, erhält bei dem beschriebenen Licht womöglich einen Nasenschatten über den Lippen, was nicht vorteilhaft aussieht. Die Lichtquelle sollte sich für diese Person also ein wenig niedriger befinden. Wer eher tiefliegende Augen hat, braucht ebenfalls einen niedrigere Lichtquelle, und runden Gesichtern ohne klare Trennung zum Hals steht höheres Licht besser. 

Was aber könnte nun diese Lichtquelle darstellen? Fensterlicht ist oft gut geeignet, vor allem, wenn nicht die pralle Sonne ins Zimmer fällt, sondern eher sanftes Licht. Sitzt das Model neben einem normal hohen Fenster, ergibt sich auch gleich der richtige Winkel. Ansonsten bietet auch das Tageslicht am Vor- und Nachmittag bei bedeckterem Himmel beste Bedingungen – bei Sonne empfiehlt es sich, ein schattiges Plätzchen zu suchen. Sei vorsichtig mit dem Reflektor: Spielt man mit ihm „Licht-Ping-Pong“, lenkt man Licht von unten auf das Gesicht des Models. Dies ist dazu geeignet, deutliche Schatten aufzuhellen, wird diese Aufhellung aber zu stark, erhält das Gesicht unvorteilhaftes Unterlicht.

Eine andere Möglichkeit für geeignetes Licht sind Stehlampen oder Lichtpanele, für die du Stative erwerben und somit die Höhe der Lichtquelle besser anpassen kannst. Auch der Winkel kann bei Lichtpanelen meist eingestellt werden. Die Investition für so ein LED-Panel samt Stativ ist recht überschaubar: Sie beginnen preislich schon bei um die 100 Euro. Teurere Panele erlauben sogar farbiges Licht.


Perfekte Posen

Nun muss natürlich noch die Pose stimmen. Posen lassen sich nie unabhängig vom Licht und vom Kamerastandpunkt aus beurteilen. Grundsätzlich wirkt es entspannter und lebendiger, wenn dein Model nicht gerade zur Kamera ausgerichtet ist: Lieber eine Schulter mehr im Vorgergrund, die andere etwas weiter nach hinten. Für natürliche Fotos ist auch die „biometrische Passbild-Ansicht“ wenig schmeichelhaft – lass dein Model lieber den Kopf ein wenig zur Seite drehen, am besten soweit, dass die Nase im Gesicht bleibt, sprich die Nasenspitze nicht über die Begrenzungslinie des Gesichts hinausragt.
Wenn du noch Hände ins Spiel bringen möchtest, sieht es bei Männern meist gut aus, wenn sie sich am Kinn abstützen, und bei Frauen, wenn sie die Hände sanft neben das Gesicht platzieren. Achte auf halbwegs gepflegte Fingernägel, denn die Retusche selbiger ist aufwändig und langweilig.


Die Kleidung

Beim typischen Kopfbild gilt: Nicht zu gemustert. Der Akzent soll schließlich auf der Person liegen, nicht auf dem unteren Bildrand, wo sich das Kleidungsstück befindet. Am besten ist ein einfarbiges Oberteil. Handelt es sich um eine Hemd oder eine Bluse, sollte es gebügelt sein – alles andere fällt auf. Bei sonnig-warmem Wetter hilft ein Antitranspirant gegen unschöne und schwer zu wegzuretuschierende Schweißringe. Ohrringe, Haarbänder und Hüte – Achtung, keine zu große Krempe, die womöglich ungewollte Schatten wirft! – helfen dabei, den Akzent von der Kleidung zum Gesicht zu bringen und sind daher vor allem dann sinnvoll, wenn dein Model ein knalliges Outfit tragen möchte.


Und sonst?

Shooten soll Spaß machen – zeige das deinen Modellen! Je mehr ihr gemeinsam Freude an der Sache habt, desto schöner werden die Fotos. Außerdem hilft es, sich ein paar kleine Bearbeitungstricks anzueignen, ganz oben rangieren das „Ausbessern“, also das Entfernen von Hautunreinheiten, und das „Verflüssigen“, das die Figur formt. Beide Aktionen gibt es natürlich in Photoshop, aber auch Apps wie „Beauty Plus“ bieten solche Möglichkeiten an.

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