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#lookslikefilm: So verleihst du deinen Fotos einen analogen Look

Analogfotos haben ihren ganz eigenen Charme. Wohl kaum ein anderes Medium transportiert so viel Stimmung und Sehnsucht wie die Fotos eines frisch entwickelten Films. Doch du kannst den Look auch mit deiner Digitalkamera imitieren. Wir verraten dir, wie das geht.


Noch heute faszinieren analoge Abzüge Fotoenthusiasten und Kamerafans. Auf den sozialen Medien begegnen uns unter den Hashtags #filmisnotdead oder #analogphotography mystische Bilder von talentierten Künstlerinnen und Künstlern. Immer mehr Fotofans greifen zunehmend zur analogen Kamera, weil der Retro-Look einfach einzigartig aussieht. Der Vorteil: Analoge Kameras kann man bereits sehr günstig auf Flohmärkten oder eBay ergattern. Auch lichtstarke Objektive sind für Analog-Geräte deutlich günstiger als für neuere DSLR oder Systemkameras.

Allerdings hat die Sache auch einen Haken. Der Kauf sowie das Einlegen eines Films sollte gekonnt sein und du brauchst im Fotoalltag Zeit und Geld, um deine Bilder zu entwickeln. Zudem ist das analoge Fotografieren eine echte Überraschung. Fehlbelichtungen, Verwackler oder Unschärfe kannst du analog einfach schwerer kontrollieren. Für viele mag das gerade den Reiz der Analogfotografie ausmachen.

Auf was es beim Retro-Look ankommt

Du hast keine Zeit und Lust, dich mit der analogen Fotografie auseinanderzusetzen und möchtest lieber gleich die Kontrolle über deinen Fotos haben? Dann haben wir eine gute Nachricht für dich: Du kannst auch mit deiner Digitalkamera Fotos mit schönem Vintage-Look erstellen. Wir verraten dir, auf was es bei der Bildbearbeitung ankommt.

1. Atmosphärische Farben kreieren

Alle gängigen Bearbeitungsprogramme wie Lightroom, Photoshop oder VSCO haben analoge Farblooks in ihr Tool-Repertoire aufgenommen. Von Schwarzweiß über Sepia und anderen entsättigten Farbfiltern kannst du hier aus einer großen Auswahl unterschiedlicher Looks wählen. Bekannte Fotografen verkaufen sogar fertige Retro-Presets, die du für deine Fotos nutzen kannst. Alternativ kannst du auch selbst eigene Presets erstellen. Beliebt sind dabei Looks mit etwas wärmeren Farbtemperaturen. Gerade Rot- und Brauntöne sind in der Analogfotografie besonders wichtig. Mach dir das zunutze und entsättige Grün und Blautöne. Generell solltest du aber darauf achten, dass deine Farben nicht zu sehr knallen. Hier gilt weniger ist mehr.


2. Weiche Konturen erzeugen

Auch weichgezeichnete Bildlooks sind Teil der analogen Fotografie. Hierfür gibt es auf Lightroom die Funktion “Klarheit”. Reduziere die Klarheit deines Fotos und wähle die Anpassung, die dir gefällt. Darüber hinaus solltest du darauf achten, dass dein Bild nicht zu hohe Kontraste aufweist. Indem du den Kontrast etwas verkleinerst, wirkt dein Bild schon wie aus einer analogen Kamera. Auch stimmungsvolle Lensflares lassen sich mit den meisten Bearbeitungsprogrammen nachträglich hinzufügen.


3. Mit Körnung zum Ziel

Eine wichtige und sehr beliebte Eigenschaft von Analogfotos ist die Körnung. Während sie heute von vielen als Bildfehler tituliert wird, wollen viele junge Fotokünstlerinnen und Fotokünstler gerade diesen alten Look. Um deinem Foto ein Aussehen wie aus den 80ern zu verleihen, kannst du über VSCO oder Lightroom etwas Körnung oder “Grain” hinzufügen. Hierbei solltest du es aber nicht übertreiben. Ein Wert zwischen 15 und 30 kann durchaus genügen.


4. Einzigartiger Vignetten-Traum

Gerade alte Objektive erzeugten häufig etwas dunklere Bildränder. Heute haben die großen Kamerahersteller diesen Bildfehler fast vollkommen eliminiert. Du kannst diesen Bildlook aber easy wieder herstellen, indem du deinem Foto eine dezente dunkle Vignette verleihst. Die dunkleren Ränder sorgen dann dafür, dass deine Betrachter regelrecht in dein Bild hineingezogen werden.


5. Ein analoges Objektiv verwenden

Auf den meisten Spiegelreflex- und Systemkameras kann man ein analoges Objektiv anbringen. Mithilfe eines Adapters sind die alten Linsen im Handumdrehen einsatzbereit. Du wirst erstaunt sein, wie dein analoger Bildlook überzeugt. So benötigst du im Nachhinein nicht einmal mehr viel Bearbeitung. Allerdings solltest du darauf achten, dass die meisten Linsen aus Analogzeiten keinen Autofokus haben. Demnach musst du dein Motiv leider immer im Voraus scharf stellen. Mit ein wenig Übung wird das aber schnell zum Kinderspiel.


6. Der Reiz des Unperfekten

Zuletzt gilt, dass du gerade wenn du eine analoge Ästhetik willst, nicht zu perfektionistisch fotografieren solltest. Denn kleine Verwackler oder ein falscher Fokus gehören zum analogen Alltag eben einfach dazu. Solche Fotos können aber ihren ganz eigenen Reiz haben und sehen mit etwas Nachbearbeitung garantiert fantastisch aus. Versuche außerdem mal deine Fotos etwas unterzubelichten. Dies kann zusammen mit etwas Körnung und entsättigten Farben ziemlich cool sein.


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