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Mit dem richtigen Licht zu perfekten Makros

Mit dem richtigen Licht zu perfekten Makros

Die Monate von März bis Juni sind für Fotograf*innen alles andere als langweilig. Denn wenn die Natur aus ihrem Winterschlaf zu erwachen beginnt, findet sich eine Fülle unterschiedlichster Fotomotive. Du möchtest Makros aufnehmen, die eine ganz besondere Stimmung transportieren? Das Geheimnis liegt im Licht!


Der April eignet sich hervorragend, um zauberhafte Makrofotos von Blüten und Knospen aufzunehmen. Wenn die Natur zu sprießen und zu blühen beginnt, warten filigrane Details darauf, von der Kamera eingefangen zu werden. Eingeleitet wird die blütenreiche Saison von Schneeglöckchen und Krokussen. Anschließend folgen Narzissen und Tulpen. Begib dich also mit deiner Kamera auf die Suche nach farbenfrohen Frühlingsboten.

Gerade kleine Gewächse wie Blumen und Blätter sind unter Hobby-Fotograf*innen sehr beliebt. Das liegt daran, dass uns die Kamera ermöglicht, die kleinsten Dinge ganz groß zu zeigen. Dabei gibt es bestimmte Kompositionen, die in der Makrofotografie immer wieder zum Einsatz kommen. Kein Wunder also, dass das Fotografieren von Knospen und Blüten schnell langweilig wird. Doch du kannst ein paar Dinge beachten, damit deine Makrofotos eine einzigartige Stimmung verbreiten. Auf diese Weise macht die Naturfotografie nicht nur wieder mehr Spaß, sondern bringt dein Gegenüber zudem zum Staunen.

Das Geheimnis liegt im Licht

Egal ob du ein Gänseblümchen auf einer Wiese oder deine Freundin am Strand fotografieren willst: Wer spektakuläre Fotos aufnehmen möchte, sollte das Licht wahrnehmen und verstehen lernen. Es gibt nämlich unterschiedliche Lichtverhältnisse, die maßgeblich darüber entscheiden, ob ein Foto gelingt oder nicht. Nicht umsonst lautet eine bekannte Eselsbrücke: Zwischen zwölf und drei hat Fotograf*in frei. Dabei bezieht sich dieser Merksatz auf die Regel, niemals in der direkten Mittagssonne zu fotografieren. Deine Kamera kann dann noch so teuer und deine Blütenpracht noch so ästhetisch sein: Schlagschatten und fehlende Spannung lassen ein Makrofoto nur selten schön aussehen.

Wer das Licht als Gestaltungsmittel nutzt, wird komplett neue Bildwelten erschaffen.

Falls du doch zur Mittagszeit losgehen willst, solltest du stets darauf achten, im offenen Schatten zu fotografieren. Darunter versteht man Orte im Freien, die durch große Objekte wie zum Beispiel Bäume komplett im Schatten sind aber trotzdem für ausreichend Tageslicht sorgen. Dort hast du viel Bewegungsfreiheit und vor allem ein gleichmäßiges, schmeichelndes Licht.

Sanfte Konturen an bewölkten Tagen

Wie bereits erwähnt, wirkt sich die Mittagssonne eher negativ auf dein Fotoshooting aus. Demgegenüber haben Wolken an bedeckten Tagen einen positiven Einfluss auf deine Szenerie. Sie wirken dann nämlich wie eine Art Softbox: Das Sonnenlicht wird durch die Wolkendecke gleichmäßig verteilt und dein Gewächs vor der Linse schmeichelnd ausgeleuchtet. Halte ISO so gering wie möglich (wir empfehlen ISO 200 bis 400) und öffne die Blende. So sorgst du für die optimale Belichtung und eine malerische Hintergrundunschärfe auf deinen Frühlingsfotos.

Wolken wirken wie eine Art Softbox.

Die perfekte Tageszeit

Es gibt eine Sache, die viele atemberaubende Fotos gemeinsam haben – und nein, es handelt sich hierbei nicht um teures Kamera-Equipment! Viele grandiose Aufnahmen wurden am frühen Abend oder Morgen aufgenommen. Bei Dämmerung, wenn die Sonne tief am Himmel steht, herrschen magische Lichtmomente, die du mit der Kamera einfangen kannst. Blätter und Sträucher werfen dann dramatische Schatten, die für mehr Dynamik und Tiefe im Bild sorgen. Das Abendlicht taucht die Umgebung zudem in fotogene Pastelltöne, die mit einer ganz besonderen Atmosphäre einhergehen.

Magisches Gegenlicht

Jetzt sind auch die perfekten Voraussetzungen für atmosphärisches Gegenlicht. Positioniere deine Kamera so, dass ein Teil der Sonne direkt auf deine Kameralinse trifft. Das schafft verträumte Lense Flares, die Blumenwiesen und Blütenknospen das gewisse Etwas verleihen. Öffne nun deine Blende und halte ISO und die Verschlusszeit so gering wie möglich. Andernfalls würde dein Foto schnell überbelichtet werden. Belichte am besten direkt auf dein Hauptmotiv, da dieses sonst aufgrund des großen Dynamikumfangs verschluckt werden könnte. Doch auch Silhouettenbilder haben ihren ganz besonderen Reiz: Hierfür kannst du einfach die Blende schließen und dabei zusehen, wie sich dein Hauptmotiv in ein schönes Schattenbild verwandelt.

Gegenlicht macht kleine Härchen auf Gewächsen sichtbar.

Gegenlicht eignet sich außerdem hervorragend, um filigrane Blattadern oder Härchen auf Stielen sichtbar zu machen. Du kannst hier viel über die richtige Kameraposition beeinflussen. Spiele beispielsweise mit unterschiedlichen Perspektiven: Gerade aus der Froschperspektive lassen sich spannende Szenen einfangen, die das Potential des Gegenlichts erst richtig zur Geltung bringen.


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