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Mit dem richtigen Licht zu perfekten Porträts

Einen Menschen natürlich und schön auf einem Foto zu inszenieren, ist wohl eine der schönsten aber auch kniffligsten Aufgaben in der Fotografie. Das Ergebnis steht und fällt mit dem vorhandenen Licht. Heute zeigen wir dir, wie du ideale Lichtverhältnisse für dein nächstes Porträt-Shooting schaffst.

Authentische und natürliche Porträts aufzunehmen, ist eine wahre Herausforderung. Das richtige Licht spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Gerade Foto-Anfänger und -Anfängerinnen haben jedoch oft Schwierigkeiten, die Lichtverhältnisse bewusst zu kontrollieren. Wenn du auf folgende Faustregeln achtest, steht gelungenen Aufnahmen nichts mehr im Weg.

Schatten statt Sonne

“Zwischen zwölf und drei hat Fotograf*in frei”, lautet eine der bekanntesten Eselsbrücken für Foto-Einsteigerinnen und -Einsteiger. Dabei bezieht sich dieser Grundsatz auf die Regel, niemals in der direkten Mittagssonne zu fotografieren. Deine Kamera kann dann noch so teuer und dein Model noch so erfahren sein: Schlagschatten und glänzende Haut lassen kein Porträt schön aussehen. Du kannst aber auch zur Mittagszeit geniale Porträts machen. Versuche statt im direkten Sonnenlicht eher in offenem Schatten zu fotografieren. Darunter versteht man Orte im Freien, die durch große Wände oder Gebäude komplett im Schatten sind aber trotzdem für ausreichend Tageslicht sorgen. Dort habt ihr viel Bewegungsfreiheit und vor allem ein gleichmäßiges, schmeichelndes Licht.


Wolken als Softbox

Wer nicht lange nach einem schattigen Plätzchen suchen will, kann auch auf fotogene Wetterverhältnisse warten. Idealerweise macht ihr euer Porträt-Shooting im Freien an einem bewölkten Nachmittag. Die Wolken wirken dann wie eine Art Softbox. So wird das Sonnenlicht durch die Wolkendecke gleichmäßig verteilt und das Gesicht deines Models einheitlich ausgeleuchtet. Das beste daran: Kleine Fältchen, Augenringe oder Hautunreinheiten werden im Nu verschwinden und auch die Farben wirken schön natürlich. Halte ISO so gering wie möglich (wir empfehlen ISO100 bis 200) und öffne die Blende auf f/4 oder f/2.8. So sorgst du für die optimale Belichtung und eine tolle Hintergrundunschärfe.


Aufregendes Gegenlicht

Auch Gegenlicht eignet sich hervorragend für stimmungsvolle Porträts. Um die etwas anspruchsvolle Lichtsituation zu meistern, öffnest du die Blende deines Objektivs. Sorge zudem dafür, dass nicht zu viel Himmel auf dem Bild zu sehen ist, da dieser durch die tiefstehende Sonne häufig überstrahlt wird. Stattdessen kannst du die Kamera etwas von oben herab richten, um mehr von der umliegenden Umgebung im Hintergrund sichtbar zu machen. Da die Lichtquelle hinter deinem Model liegt, kannst du dir gerne Hilfsmittel zunutze machen, um das Gesicht von vorne etwas aufzuhellen.


Wichtige Hilfsmittel

Für Porträtfotografen gibt es hilfreiche Werkzeuge, die dir dabei helfen, noch mehr aus deinen Aufnahmen herauszuholen. Gerade bei Fotos mit Gegenlicht kann ein Reflektor besonders nützlich sein. Denn bei Gegenlicht steht die Lichtquelle bekanntlich hinter deinem Motiv. Das sorgt häufig dafür, dass das Gesicht deines Models nicht ausreichend belichtet ist. Um diesem Problem entgegenzuwirken, richtest du einen Reflektor von schräg unten auf das Gesicht deines Protagonisten. Eine Softbox liefert denselben Effekt. Hast du weder eine eigene Softbox noch einen Reflektor zur Hand, kannst du dir auch selbst ein Hilfsmittel basteln: Mit einer großen weißen Pappe oder einem Stück Styropor kannst du dein Hauptmotiv easy von vorne aufhellen.


Innenräume und Fensterlicht

Wer sagt denn, dass gelungene Porträtaufnahmen immer im Freien entstehen müssen? Innenräume eignen sich super, wenn man das Bild in einen bestimmten Kontext verordnen will. Ein zusätzlicher Vorteil: Du hast dein Setting perfekt unter Kontrolle und bist nicht abhängig vom Wetter. Besonders stimmungsvolle Ergebnisse erzielst du in Fensternähe. Positioniere dein Model zum Beispiel seitlich zum Fenster. Von der Seite einfallendes Tageslicht wirkt nämlich schön weich und schafft Tiefe. Ach ja: Gerade als Einsteigerin oder Einsteiger solltest du darauf achten, das Licht im Zimmer auszuschalten. Künstliches Licht erscheint nämlich gelblich und stört den natürlichen Look deines Porträts. Benötigst du mehr Licht im Bild, nimm dir lieber einen Reflektor oder eine Softbox zur Hilfe.


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