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Mit leitenden Linien einzigartige Bildwelten kreieren

Du willst mit deinen Fotos die Blicke deiner Freunde und Familie fesseln? Dann solltest du unbedingt mal versuchen, leitende Linien in deine Bildkomposition zu integrieren. Wir zeigen dir, was es mit dem Trick auf sich hat und wie du ihn richtig umsetzt.


Manche Fotos scheinen unseren Blick regelrecht zu fesseln. Aber warum ist das so? Das menschliche Auge neigt dazu, Bilder nicht unmittelbar als Ganzes wahrzunehmen. Stattdessen fällt unser Blick zuerst auf markante Elemente, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dazu zählen zum Beispiel eher helle Bereiche als dunkle oder rote Farbtöne. Außerdem lässt sich unsere Wahrnehmung von vorherrschenden Linien im Bild leiten. Und genau das, kann man sich als Fotograf*in sehr gut zunutze machen.

Mehr Spannung mit leitenden Linien

Leitlinien sind, wie der Name schon verrät, Linien oder Spuren, die sich durch das Bild schlängeln und dabei der menschlichen Wahrnehmung eine Richtung geben. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Straße, einen Fluss, ein Geländer oder auch den Stiel einer Pflanze handeln. Es gibt aber unendlich viele Möglichkeiten, wie man diese Art der Linie fotografisch erzeugen kann. Man kennt das vielleicht aus der Architekturfotografie. Dort wird häufig auf Fluchtlinien zurückgegriffen, die eine ähnlich anziehende Wirkung haben. Es wird also deutlich: Beim Spiel mit Leitlinien ist vor allem eines wichtig – die Perspektive.

Die Gestaltung mit leitenden Linien ist dabei gerade für Anfängerinnen und Anfänger gar nicht so einfach. Manchmal hat man eine gute Idee, aber das Ergebnis scheint nicht die gewollte Bildwirkung zu erzielen. Damit der Blick tatsächlich von den Leitlinien geführt wird, solltest du also einige Dinge beachten.

Eine Frage der Perspektive

Idealerweise startet deine Linie irgendwo am unteren Bildrand, führt dann einmal durch das Foto und mündet schließlich zu deinem persönlichen Hauptmotiv. Das tolle daran, du hast als Fotograf*in alleine die Kontrolle über die Rezeption deines Bildes. Auf diese Weise verleihst du deiner gesamten Aufnahme noch mehr Struktur und Aussagekraft. Der Betrachter fühlt sich dann nämlich regelrecht in die Komposition hineingezogen. Beachte dabei, dass der Blick häufig wie beim Lesen von links nach rechts wandert. Startet die Linie also an der Ecke links unten, steht dem Bildlook kaum mehr etwas im Weg.

Darauf solltest du achten

Doch nicht immer führen vorhandene Linien zu der gewünschten Bildwirkung. So beispielsweise wenn die erzeugten Linien das Bild vorzeitig verlassen oder sich die Spur ungeschickt entzwei teilt. Das kann manchmal Irritation schaffen. Habe also immer den Blick deiner Betrachterinnen und Betrachter im Hinterkopf. Wird dieser auch wirklich auf die gewünschte Weise geführt? Und wenn ja, hat der oder die Betrachtende dann alle wichtigen Schlüsselelemente im Bild wahrgenommen? Unter Umständen führt eine leitende Linie überhaupt nicht zu deinem Hauptmotiv hin. Dann solltest du lieber darauf verzichten oder versuchen, die Lage durch eine andere Perspektive zu verbessern.

Und nun ist es an dir! Wage dich beim nächsten Outdoorshooting doch mal an den Bildlook! Mit ein bisschen Übung, wirst du im Handumdrehen zu einem echten Profi in Sachen Bildkomposition. Die Idee lässt sich nebenbei auch hervorragend mit der Drittelregel kombinieren. Experimentiere einfach ein bisschen und scheue nicht vor Fehlern oder Unstimmigkeiten im Bild zurück.


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