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Ohne Licht kein Schatten und ohne Licht kein Foto – Schattenwürfe in Szene gesetzt

Ohne Licht kein Schatten und ohne Licht kein Foto – Schattenwürfe in Szene gesetzt

Der Schatten ist ein ständiger Begleiter aller Dinge. Trocken erklärt ist der Schatten der unbeleuchtete Raum hinter einem beleuchteten Gegenstand. Für Fotografen jedoch kann der Schattenwurf zum Stilmittel oder sogar zum Motiv selbst werden. Betont wird der Bildeindruck meist noch, wenn es später in Schwarzweiß gezeigt wird.

Gerade in den Tagen zuhause gehen so manchem Fotografen die Ideen aus, dabei gibt es auch in den eigenen vier Wänden sowie in der Natur nahezu unendlich viele Motive, die darauf warten entdeckt zu werden. Schatten bieten sich besonders für einen harmonischen Bildaufbau an, da sie Perspektiven mit Fluchtlinien unterstützen. Hierfür brauchst du nur eine Lichtquelle und dein fotografisches Auge.

Dein benötigtes Equipment:

  • Kamera mit Kit-Objektiv
  • Lichtquelle in Form einer hellen Lampe, Baustrahler, Blitz oder der Sonne
  • Für weicheres Licht einen Reflektor
  • So gehst du vor:

Stelle an deiner Kamera am besten das RAW-Format und wenn möglich den Schwarzweiß-jpg-Modus ein, so hast du in der Rückschau gleich einen Eindruck wie das Bild später wirkt. Durch die RAW-Daten wandelst du in der Nachbearbeitung das farbige Foto in Schwarzweiß um. Dann suche dir ein entsprechendes Motiv oder Model, das du ablichten möchtest.

Setze das Motiv, im wahrsten Sinne des Wortes, ins rechte Licht, beobachte dabei den Wurf des Schattens und seine Veränderung. Durch das Spiel mit dem Einfallwinkel des Lichts werden Schatten langgezogen und verstärken den perspektivischen Eindruck. Auch die Position der Lichtquelle zur Kamera ändert die Wirkung des Fotos. Dies ist mit einer Lampe besser zu sehen als wenn du mit einem Blitzlicht arbeitest, da du hier dann immer Testfotos anfertigen musst bis es passt. Ist das Licht gegenüber von dir und dein Motiv zwischen dir und der Lichtquelle kannst du durch eine kurze Belichtungszeit und einer niedrigen ISO nur seine Umrisse erkennen.

Für das fotografische Festhalten der Licht/Schatteneindrücke gibt es keine feste Regel, es eignet sich jedoch bestens, um dein Auge zu schulen und dich sich tiefer mit den Einstellungsmöglichkeiten der Kamera und deren Auswirkungen auf den Bildeindruck zu beschäftigen.

Versuche zum Beispiel ein Porträt geheimnisvoller wirken zu lassen indem du zwischen der Lichtquelle und dem Gesicht ein Buch hältst und der Schatten eine Hälfte abdunkelt. Auch kannst du durch geschickte Beleuchtung im Hintergrund eines Porträts interessante Schattenspiele abbilden, die den Eindruck verstärken können. So wird aus einem tristen schwarzen Studiovorhang schnell ein Wellenbad aus Schatten. Schön wirken auch immer die Schatten eines Lamellen-Rollos die dann ein Wechselspiel aus Licht und Dunkel auf das Motiv bringen.

Bist du in der Natur unterwegs sind in den Morgenstunden oder kurz vor Sonnenuntergang auch extrem lange Schatten zu finden. Versuche einfach mal, deinen eigenen Schatten so festzuhalten, dass du wie ein Riese wirkst. Oder die tiefstehende Morgensonne, die plötzlich märchenhafte Umrisse der Bäume auf den Waldboden malt. Wenn du hier mit Stativ unterwegs bist, versuche durch eine sehr geschlossene Blende, ab F11 oder noch höher, dazu auch Blendensterne zu zaubern.

Wie du merkst, nicht für alles gibt es ein universelles Rezept, besonders nicht für ein perfektes Foto. Hier gilt wie immer, dass du dich mit allen Faktoren der Fotografie beschäftigst, ausprobierst und dann das Gelernte umsetzt. So vergehen die Stunden zuhause plötzlich wie im Flug.

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