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Porträts bei Sonnenuntergang: So geht’s!

Porträts bei Sonnenuntergang: So geht’s!

Sanfte Kontraste, warme Farben, goldenes Licht: Porträts bei Sonnenuntergang haben ihren ganz eigenen Reiz. Die besondere Lichtstimmung kann aber auch ganz schön knifflig sein. So gelingen dir auch als Einsteiger*in spektakuläre Bilder!


Einen Menschen natürlich und schön auf einem Foto zu inszenieren, ist wohl eine der schönsten aber auch kniffligsten Aufgaben in der Fotografie. Das Ergebnis steht und fällt dabei mit dem vorhandenen Licht. Fotografierst du zur Mittagszeit, erzeugst du nur schwer gelungene Fotos. Nicht umsonst lautet eine bekannte Eselsbrücke: “Zwischen zwölf und drei hat Fotograf*in frei.” Schlagschatten und glänzende Haut lassen dann kein Porträt schön aussehen.

Fotografiere also lieber gegen Nachmittag oder Abend. Sonnenuntergänge sind super für Porträtshootings geeignet, weil sie der Haut deines Models schmeicheln und deinen Fotos magische Farben verleihen. Bestimmt hast auch du schon mal gemerkt, dass Sonnenuntergänge manchmal für Überbelichtungen sorgen. Mit diesen Tricks gelingt das nächste Shooting bestimmt!

Verträumte Fotos im Gegenlicht

Lerne zuerst, das Licht um dich herum wahrzunehmen. Ist das Licht hart oder weich? Aus welcher Richtung kommt es? Je nachdem solltest du Blende, Verschlusszeit und ISO anpassen.

Möchtest du beispielsweise verträumte Fotos im Gegenlicht kreieren, positioniere dein Model so, dass das Licht von hinten direkt in deine Kameralinse fällt. Der sanfte Look wirkt am besten, wenn du die Blende deines Objektivs so weit wie möglich öffnest (wir empfehlen f/2.0 oder kleiner). Damit dein Foto jetzt nicht überstrahlt, solltest du die Verschlusszeit verkürzen und ISO so gering wie möglich halten (z.B. Verschlusszeit 1/1500 und ISO 100). Allerdings weichen die Werte je nach Kameratyp und vorhandenem Umgebungslicht ab. Orientiere dich immer am Gesicht deines Models, das zu jeder Zeit ausreichend belichtet sein sollte.

Sorge zudem dafür, dass nicht zu viel Himmel auf dem Bild zu sehen ist, da dieser im Gegenlicht häufig überstrahlt wird. Stattdessen kannst du die Kamera etwas von oben herab richten, um statt des Himmels mehr von der umliegenden Umgebung im Hintergrund sichtbar zu machen. Zudem kann es sehr schön sein, wenn die Sonne gerade so von deinem Model verdeckt wird. Das erzeugt schöne Lens Flares und vermeidet, dass dein Foto zu sehr überstrahlt. Ist das Gesicht jetzt immer noch zu dunkel, kannst du dir auch Hilfsmittel zunutze machen, um es etwas von vorne aufzuhellen.

Tolle Hilfsmittel

Für Porträtfotografen gibt es hilfreiche Werkzeuge, die dir dabei helfen, noch mehr aus deinen Aufnahmen herauszuholen. Gerade bei Fotos mit Gegenlicht kann ein Reflektor besonders nützlich sein. Denn bei Gegenlicht steht die Lichtquelle bekanntlich hinter deinem Motiv. Das sorgt dafür, dass das Gesicht deines Models nicht ausreichend belichtet ist. Um diesem Problem entgegenzuwirken, richtest du einen Reflektor von schräg unten auf das Gesicht deines Protagonisten. Hast du keinen eigenen Reflektor, kannst du dir auch selbst einen basteln: Mit einer großen weißen Pappe oder einem Stück Styropor kannst du dein Motiv sanft aufhellen.

Ausdrucksstarke Fotos mit Seitenlicht

Auch Seitenlicht kann bei Sonnenuntergang magisch wirken. Die tiefstehende Sonne eignet sich ideal, um die Lichtquelle seitlich auf das Gesicht zu richten. Drehe dein Model dafür so, dass die Sonne halb von vorne auf das Gesicht fällt. Kommt die Sonne zu stark von der Seite, entstehen manchmal unschöne Schatten durch Nase oder Augen. Du kannst hier ein bisschen mit der Lichtrichtung spielen, bis dir das Ergebnis gefällt. Seitenlicht eignet sich übrigens sehr gut, um den Charakter eines Menschen hervorzuheben und Spannung zu erzeugen.

Von vorne kommendes Licht

Eine weitere Option ist, das Licht von vorne kommen zu lassen. Der Vorteil: Die tiefstehende Sonne hat nicht mehr so viel Kraft wie tagsüber und wird dem Gesicht deines Models schmeicheln. Durch das gleichmäßig von vorne kommende Licht sieht einfach jeder super aus! Und noch ein Trick: Sollte dein Model Schwierigkeiten haben, die Augen offen zu halten, haltet sie geschlossen und öffnet sie auf Kommando nur für einen kurzen Moment.

Silhouetten bei Sonnenuntergang

Auch Silhouettenbilder lassen sich bei Sonnenuntergang einfach aufnehmen. Hierfür sollte dein Model zwischen der Sonne und der Kamera platziert sein. Belichte nun auf den Hintergrund und nicht auf deine Hauptperson. Dabei kannst du die Blende eher etwas schließen und die Verschlusszeit verkürzen. Auf diese Weise verwandelst du dein Motiv in ein tolles Silhouettenbild.

Beachte bei deinem Shooting, dass sich die Lichtverhältnisse bei Sonnenuntergang innerhalb von wenigen Minuten verändern. Trefft euch daher früh genug, um pünktlich zur goldenen Stunde die perfekten Bedingungen zu nutzen.


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