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Profi-Tipps: Geniale Outdoor-Fotos

Profi-Tipps: Geniale Outdoor-Fotos

Fotograf Philip Ruopp zeigt, wie dir auch bei trübem Wetter beeindruckende Naturaufnahmen gelingen. Hier sind seine persönlichen Top-5-Tipps.

Bei Sonnenschein ist die Fotografie ein vergleichsweise leichtes Unterfangen. Die Tage sind warm, das Licht der Sonne lässt die Farben leuchten und betont die Kontraste. „Bei wolkenverhangenem Himmel fällt die Motivsuche indes eher schwer“, weiß Tamron-Profi Philip Ruopp. Der Sport- und Actionfotograf aus Laichingen verbrachte seinen Urlaub im Nordatlantik, besuchte Island und die Färöer. „Dort hatten wir sogar im Hochsommer nur einen einzigen Tag Sonnenschein.“ 

Fotografisch gesehen war das eine besondere Herausforderung. Denn ohne Sonne sieht selbst die spektakulärste Landschaft auf einem Foto schnell langweilig aus. Um dennoch sehenswerte Bilder von seiner Reise mitzubringen, griff Ruopp in seine Trickkiste. „Als Profifotograf bin ich gezwungen, aus den jeweiligen Gegebenheiten das Beste zu machen“, sagt er. „Da ich nur mit dem 28-75mm F/2.8 Di III RXD unterwegs war, konzentrierte ich mich vor allem auf Perspektive und Bildkomposition. Da ich bereits im Vorfeld wusste, dass wir uns überwiegend in unwirtlichen Gegenden ohne viel Grün bewegen werden, achtete ich außerdem darauf, ein paar bunte Jacken und Taschen mitzunehmen, die etwas Farbe in die Landschaft bringen.“

Mit dem Standardzoom-Objektiv stand Ruopp der gängigste Brennweitenbereich zur Verfügung. „Damit lässt sich im Grunde jedes Motiv fotografieren – von dramatischen Landschaften bis zu natürlichen Porträts“, erklärt Ruopp. „Die große F/2.8-Blendenöffnung ist gerade bei wenig Sonne ideal, um möglichst kurze Verschlusszeiten zu realisieren. Außerdem bietet sie in Kombination mit einer Vollformatkamera optimale Voraussetzungen für das Spiel mit Schärfe und Unschärfe.“

Tipp 1: Tiefen Standpunkt wählen

„Bring den Vordergrund ins Spiel, indem du aus der Froschperspektive fotografierst Das bringt mehr Tiefe ins Bild. Fokussiere bei geöffneter Blende entweder auf den Vorder- oder den Hintergrund, je nachdem, wo der Fokus des Betrachters liegen soll.“

Aus Bodennähe fotografiert, gewinnen selbst karge Landschaften an Tiefe.

Philip Ruopp

Tipp 2: Bunte Kleidung anziehen

„Farbige Jacken und Taschen machen sich in Landschaftsaufnahmen immer gut – vorausgesetzt, du möchtest die Person ganz gezielt in den Bildaufbau integrieren. Besonders an trüben Tagen oder in eintönigen Landschaften sorgen sie für attraktive Farbtupfer. Besonders gut eignen sich die Farben Rot und Blau oder auch Gelb.“

Tipp 3: Durch etwas hindurch fotografieren

„Dieser Trick funktioniert so ähnlich wie Tipp 1: Durch ein (unscharfes) Objekt im Vordergrund gewinnt das Bild an Tiefe und wirkt gleich interessanter. Gut eignen sich hierfür beispielsweise Äste oder ungleichmäßige Felsblöcke. Vielleicht kannst du sogar durch etwas hindurch fotografieren und so dem Hauptmotiv einen Rahmen geben. So verhinderst du zugleich ,toten Himmel‘, der jedes noch so tolle Motiv zunichte macht.“

Tipp 4: Halte Ausschau nach Spiegelungen!

„Wo immer Wasserflächen sind, finden sich spannende Spiegelbilder. Das gilt für die Stadt wie auch die Natur. Durch die Spiegelung gewinnt das Foto eine weitere Dimension und wirkt dadurch interessanter. Besonders überzeugend ist der Effekt bei hohen Kontrasten und klaren Formen, wie beispielsweise Silhouetten. Beim Foto unten waren zudem die Rahmenbedingungen (blauer Himmel, glatte Wasseroberfläche) perfekt.“

Tipp 5: Beobachten und geduldig abwarten!

„Maximiere deine Erfolgschancen, indem du dich intensiv mit dem Motiv auseinandersetzt! Lass die Szenerie möglichst ein paar Minuten lang auf dich wirken, bevor du auf den Auslöser drückst. So ergibt sich unter Umständen vielleicht ein noch besseres Bild. Hier hatte ich bemerkt, dass hin und wieder Möwen an den spektakulären Klippen entlang fliegen. Ich beschloss zu warten – und hatte Glück. Der Vogel, den ich erfreulicherweise genau im richtigen Moment erwischte, bringt Bewegung und Dynamik in das ansonsten doch recht statisch wirkende Bild.“

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