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Schwarz-Weiß-Fotografie – Grau gibt es in unzählbaren Stufen

Schwarz-Weiß-Fotografie – Grau gibt es in unzählbaren Stufen

In den Ursprüngen der Fotografie existierte die Unterscheidung von Schwarz-Weiß-Fotografie und Farb-Fotografie nicht. Die Filmstreifen „erkannten“ nur die Lichtstufen. Erst mit der Einführung des Dreischichtenfarbfilms der Firmen Agfa und Kodak in den 1930er Jahren waren Bilder mit Farben möglich. Die bunten Bilder haben dann schnell die Schwarz-Weiß-Fotos in eine Nische verdrängt da Produkte oder Urlaubserinnerungen lebhafter dargestellt werden konnten. Ebenso musste die Kameratechnik nicht verändert werden, lediglich die Filmrolle wurde getauscht.

Bilder in Schwarz-Weiß haben jedoch auch immer ihren besonderen künstlerischen Reiz, da das Auge des Betrachters nicht durch Farben vom eigentlichen Motiv ablenkt. Auch kommen Kontraste, feine Oberflächen oder Stimmungen auffälliger zum Vorschein. Heutzutage mit moderner digitaler Technik bedarf es nur wenige Änderungen der Kameraeinstellungen, um in Schwarz-Weiß zu fotografieren. Der bessere Weg ist die Aufnahme in RAW, um später in der Nachbearbeitung dann den Stil umzuwandeln.

Die Nachbearbeitung

Korrekt ausgedrückt gibt es keine wirklichen Schwarz-Weiß-Bilder, es handelt sich um Graustufen. Hier werden die Farbkanäle in Helligkeit umgewandelt. In der RAW Entwicklung bieten die meisten Programme eine S/W-Umwandlung als Funktion an, hier kannst du dann die einzelnen Farbkanäle (Rot, Gelb, Grün, Cyan, Blau, Magenta) verstärken oder abschwächen.

Besonders bei Landschaftsfotos wirken Schwarz-Weiß-Bilder sehr gut. Formen und Strukturen einer recht farblosen Wüstenlandschaft wirken plötzlich eindrucksvoll. Selbst der trockene graue Busch mit seinem Schatten ist nun Blickfang. Auch Architektur wirkt mit interessanten Perspektiven in Schwarz-Weiß imposanter und detailreicher. Burgmauern und ihre Strukturen, Holzvertäfelungen, selbst glatte Betonwände geben ihre Details frei. Ein Streiflicht von der Seite hilft durch den Schattenwurf diesen Eindruck zu verstärken.

Gerne werden Porträts in Schwarz-Weiß gemacht. Auch hier soll sich der Blick auf die Person nicht durch Farben ablenken lassen. Experimentiere in der Nachbearbeitung mit deinen Bildern wie diese ohne Farbe wirken, oft wirst du sehr positiv überrascht sein.

Wenn du dir beim Fotografieren selbst nicht sicher bist, ob es ein Schwarz-Weiß-Bild werden soll, oder wie die Aufnahme wirkt, nutze die Umschaltfunktion in S/W oder B/W und mach ein Probefoto. Wie bereits erwähnt, umgehst du diese Unsicherheit durch das Aufnehmen im RAW-Format, wenn du .jpg in Schwarz-Weiß und dazu noch RAW wählst, bist du auf der sicheren Seite. Dann kannst du bei der Bearbeitung in Ruhe deinen persönlichen Stil in das Foto bringen – und diesen in unzählbaren Graustufen.

Wie du schnell bemerkst ist die Schwarz-Weiß-Fotografie an sich keine schwere Aufgabe. Hier liegt es mehr an dir und deinem Geschmack, ob du lieber knallbunte Bilder sprechen lässt oder den Eindruck durch die Konzentration auf das Wesentliche hervorheben möchtest.

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