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So findest du die passende Brennweite

So findest du die passende Brennweite

Weitwinkel oder doch lieber ein Tele-Zoom? Betrachtet man den Markt für Objektive, kann man schnell mal den Überblick verlieren. So kannst du herausfinden, welche Brennweite am besten zu dir passt.


Du stehst vor dem Kauf eines neuen Objektivs oder hast dir gerade eine neue Linse zugelegt? Dann hast du dich sicherlich auch schon mal gefragt, welche Brennweite am besten zu deiner Fotografie passt. Um diese Frage zu klären, sollte man sich bewusst machen, welche Motive einen inspirieren und in welchen Situationen man am liebsten zur Kamera greift. Dieser kleine Ratgeber für Foto-Neulinge soll dabei helfen, die passende Brennweite zu finden.

Die Qual der Wahl

Auf dem Markt gibt es unzählige verschiedene Linsen, die womöglich für deine Kamera in Frage kommen. Und dann sind da noch die kryptischen Zahlen und Werte. Grundsätzlich sind die Zahlen auf den Objektiven kein Hexenwerk. Die Brennweite wird immer in Millimetern angegeben und beschreibt die Größe des Bildausschnitts deines Fotos. Dabei stehen kleine Zahlen wie 11mm oder 24mm für weitwinklige Brennweiten. Große Zahlen, zum Beispiel 105mm oder 200mm, markieren den Tele-Bereich. Zwischen 35mm und 70mm liegt man im Normalbereich. Zur Orientierung: 50mm bezeichnet man auch als Normalbrennweite, da sie in etwa unserer menschlichen Wahrnehmung entspricht.

Eine Frage der Wirkung

Bevor wir uns den Situationen widmen, in denen man die einzelnen Objektive am besten einsetzt, sollte man sich aber noch etwas bewusst machen: Wie ein Foto oder ein Motiv wirkt, hängt stark von der gewählten Brennweite ab. Hier kommt der persönliche Geschmack oder Stil ins Spiel. Teleartige Fotos haben häufig etwas Voyeuristisches und Gestauchtes, da sie nur einen bestimmten Ausschnitt einer Szene oder ein Detail zeigen. Normalbrennweiten wirken hingegen eher dokumentarisch und ungestellt, da sie deinem Hauptmotiv mehr Raum geben. Weitwinkelaufnahmen verleihen deinem Foto hingegen Kontext und Überblick, indem sie sehr viel von der Umgebung mit einbeziehen, wirken aber auch schnell verzerrt.

Betrachte in Fotomagazinen oder auf Social Media häufiger mal Fotos unterschiedlicher Brennweiten. Du wirst schnell ein Gespür dafür bekommen, welcher Ausschnitt dich am meisten anspricht.

Teleobjektive 70-200mm

Teleobjektive eignen sich am besten für Objekte, an die du nicht so nah herantreten kannst oder darfst. Das können zum Beispiel wilde Tiere und Vögel sein. Auch auf Events oder Vorträgen ist es als fotografierende Person häufig nicht möglich, ganz nah an das Motiv heranzutreten. Mit einer Brennweite zwischen 70mm und 200mm kannst du dein Objekt ganz nah heranholen. Hier sind Zoomobjektive besonders spannend, da du die Brennweite im Handumdrehen je nach Motiv individuell anpassen kannst. Teleobjektive sind auch in der Lage, kleine Dinge ganz groß zu zeigen und deshalb spannend, wenn du in die Makrofotografie einsteigen möchtest.

Der Nachteil von Teleobjektiven: Sie sind leider sehr groß und schwer und daher im Fotorucksack alles andere als leichtes Gepäck. Wenn deine Lieblingsmotive also nicht allzu weit in der Ferne liegen, könnte eine Normalbrennweite die bessere Wahl für dich sein.

Standardzoom 24-70mm

Brennweiten zwischen 24mm und 70mm bewegen sich im mittleren Bereich und sind deshalb flexibel einsetzbar. Die meisten Kitobjektive liegen in dieser Gegend. Diese Brennweiten kommen zum Beispiel auf Hochzeiten, Reisen, bei Porträtshootings oder bei der Streetfotografie zum Einsatz. Gerade Porträts werden je nach Geschmack meist zwischen 35mm und 70mm aufgenommen. Möchtest du allerdings noch mehr Weite in deinem Bild transportieren und extrem große Motive abbilden, könnte ein Weitwinkelobjektiv passender sein.

Weitwinkel 16-35mm

Weitwinkelobjektive finden hingegen meist bei Landschaften, Architektur, Innenräumen oder Sportfotos Anwendung. Mit ihnen kannst du die gesamte Umgebung einfangen und Räume sehr groß wirken lassen. Weitwinklige Fotos zeigen das gesamte Setting einer Szenerie und sind deswegen ebenso in der dokumentarischen Fotografie und unter Filmer*innen beliebt. Beachte jedoch: Porträts wirken mit Weitwinkelobjektiven schnell verzerrt und unproportional.

Festbrennweite

Bist du ein Fan von einer ganz bestimmten Brennweite, könnte eine Festbrennweite spannend für dich sein. Mit diesen Objektiven kannst du zwar nicht zoomen, allerdings sind sie weitaus lichtstärker als Zoom-Objektive. Auf diese Weise sorgst du für geniale Fotos bei Dunkelheit und eine butterweiche Hintergrundunschärfe. Hier eignen sich vor allem 35mm oder 50mm, da sie echte Allrounder sind.

Die Sache mit dem Cropfaktor

Du solltest jedoch beachten, dass der Bildausschnitt je nach Sensorgröße unterschiedlich ausfällt. Die meisten Objektive sind für Vollformatsensoren entwickelt. Verfügt deine Kamera hingegen über einen APS-C-Sensor, verlängert sich die Brennweite um den Faktor 1,5. Man spricht hier auch vom Cropfaktor. Dadurch wird quasi mehr reingezoomt als bei einem Vollformatsensor. Du siehst den Cropfaktor auf dem untenstehenden Bild.

Aufgenommen mit 100mm (Proportionen des Cropfaktors können abweichen)

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