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So machst du tolle Fotos im Wald

Der Wald ist mehr als nur die Summe seiner Bäume. Er ist die grüne Lunge der Erde und Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Kein Wunder also, dass er auch unter Fotofans auf große Begeisterung stößt. Wir zeigen, wie dir tolle Waldfotos gelingen.


Wer schon mal probiert hat, im Wald schöne Fotos zu schießen, kennt das Dilemma: Die Bäume wirken oft blass, die Landschaft flach und jedes Foto sieht gleich aus. Doch das ist kein Grund, das Fotografieren nur den Profis zu überlassen. Denn Übung macht den Meister, um es in einem bekannten Sprichwort auszudrücken. Wenn du folgende Tipps kennst, wird dein nächstes Waldfoto garantiert zu einem echten Hingucker.

Auf das nötigste Equipment beschränken

Wir kennen es alle: Man ist auf Wanderschaft im Siebengebirge oder im Schwarzwald und der Rucksack ist zu schwer. Das ist nicht nur schmerzhaft für den Rücken, sondern nimmt einem zusätzlich den Spaß am Ausflug. Sich beschränken lautet die Lösung. Entscheide dich für ein lichtstarkes Objektiv (zum Beispiel eine 35 mm oder 50 mm Festbrennweite) und ein leichtes Reisestativ. Denn egal wohin die Reise geht: Du solltest deinen Körper nicht unnötig belasten.


Morgens oder Abends in den Wald gehen

Besonders märchenhaft wirken Wälder bei Dämmerung am Morgen oder Abend. Dann steht die Sonne tief am Himmel und sorgt für fotogenes Seitenlicht. Auch Gegenlicht ist im Wald besonders beliebt, weil es die Blätter und Sträucher so richtig zum Leuchten bringt. Du kannst mit einer App im Voraus planen, wann die Sonne wie in deine Kulisse scheint (z.B. Sun Surveyor). Morgens findest du zudem häufig mystischen Nebel, der deine Szene noch geheimnisvoller wirken lässt. Ein zusätzlicher Vorteil am Morgen oder Abend: Auch die Waldbewohner sind dann am ehesten anzutreffen: Mit ein wenig Glück bekommst du Füchse, Hasen oder Rehe vor die Linse.


Die richtigen Einstellungen finden

Im Wald ist es meistens dunkel, da Bäume und Täler das Licht abschirmen. Hier solltest du dir deshalb offene Blenden, hohe ISO-Zahlen und längere Verschlusszeiten zunutze machen. Denke aus diesem Grund unbedingt an ein Stativ. Gerade bei Aufnahmen von Wasserfällen oder Bächen gelingen dir mit dem Dreibeiner scharfe Ergebnisse mit toller Bewegungsunschärfe. Es kann zudem sehr abwechslungsreich sein, Blätter und Büsche im Vordergrund in dein Bild ragen zu lassen. Kombiniert mit einer kleinen Blendenzahl schafft das eine bezaubernde Tiefenwirkung, die deine Betrachter*innen regelrecht fesselt.


Einzigartige Bildkompositionen

Vor allem Anfängerinnen und Anfängern fällt es häufig schwer, den Blick auf das Wesentliche zu beschränken. Das passiert vor allem dann, wenn man nur mal eben noch ein Foto knipsen möchte. Doch auch bei der Motivauswahl solltest du dir genügend Zeit nehmen. Sonst wirkt dein Bild schnell überladen und kleingliedrige Details lenken ab. Versuche deshalb, nur entscheidende Elemente in deine Aufnahme zu integrieren. Was möchtest du zeigen? Wie kannst du den Blick der Betrachter*innen leiten? Gehe näher an dein Motiv heran und schneide zum Beispiel störendes Gestrüpp ab. Es ist zudem ratsam, den Blick auch mal nach unten zu richten: Gerade im Wald finden sich viele farbenfrohe Gewächse oder Insekten, die nur darauf warten, fotografiert zu werden. Für die zarten Lebewesen kannst du zum Beispiel einmal versuchen, aus der Froschperspektive zu fotografieren.


Kräftige Bildlooks mit Polfilter

Hast du schon mal bemerkt, dass grüne Blätter auf deinen Waldfotos häufig gräulich und fad erscheinen? Das hängt mit dem reflektierenden Licht zusammen, das deinem Bild den Kontrast entzieht. Ein Polfilter ist dazu in der Lage, Lichtreflexionen auf Blättern oder Spiegelungen im Wasser zu minimieren. Ziemlich praktisch –  denn egal wie sehr du das Problem in der Nachbearbeitung zu beheben versuchst, das Ergebnis wird nie so dynamisch aussehen wie mit einem Polfilter.


Respektvoll in der Natur

Zu guter Letzt gilt es noch ein paar wichtige Regeln zu beachten. Denn vor allem als Landschaftsfotografin oder -fotograf sollte für dich die Erhaltung der Natur immer an oberster Stelle stehen. Selbstverständlich sollte man deshalb gewissenhaft mit den Orten umgehen. Dazu zählt den Platz stets so zu verlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Das heißt nichts zu zertreten oder abzureißen. Zudem sollte man stets darauf achten, die Tiere nicht zu erschrecken oder anzufassen. So sorgen wir gemeinsam dafür, dass unser natürlicher Lebensraum erhalten bleibt.


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