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Spicy Pictures

Spicy Pictures

Bei diesen Fotos läuft dem einen das Wasser im Munde zusammen, der andere braucht ganz schnell eine frische Abkühlung: Es wird würzig, scharf, vielleicht auch einmal bitter und süß. Gewürze sind unsere Hauptdarsteller.

Gewürz-Casting

Gewürze als Modelle bieten einige Vorteile: Sie sind überall leicht verfügbar, quengeln nicht und sind meist sogar wiederverwertbar. Falls deine Küche gewürztechnisch noch nicht optimal ausgestattet ist, kannst du entsprechende Pulver und Körnchen in speziellen Läden oder in der kulinarischen Abteilung größerer Kaufhäuser erwerben. Natürlich lässt sich auch recht gut schummeln, zumindest, wenn deine Fotos eher eine ästhetische Wirkung erzielen sollen, als dass sie tatsächliche Rezepte illustrieren sollen: Du kannst natürlich auch Holi-Pulver in gedeckteren Farben nutzen oder Mehl entsprechend einfärben. Diese Tricks eignen sich vor allem für die ersten Fotoversuche und natürlich insbesondere für pulverartige Gewürze, mit denen man schöne Streueffekte erzielen kann, die jedoch nach dem Fotografieren oder zum Umarrangieren schwieriger wieder eingesammelt werden können.


Das Licht

Die Ausleuchtung deines Gewürz-Shootings darf ruhig recht simpel sein: Du kannst dein Set einfach nahe an einem Fenster aufbauen oder, wenn es drinnen zu dunkel ist, draußen im Schatten. Wenn es dich nach draußen zieht, solltest du allerdings unbedingt darauf achten, eine möglichst windstille Ecke zu nutzen – der kleinste Windhauch kann pulvrige Gewürze völlig außer Position bringen und dein Arrangement im Handumdrehen zerstören.


Der Untergrund

Der Untergrund, also das, worauf du die Gewürze arrangierst, spielt eine besonders wichtige Rolle, gerade, wenn du direkt von oben fotografieren möchtest. Ein schneeweißer Lacktisch vermittelt da natürlich eine ganz andere Atmosphäre als ein grob gemaserter Holztisch. Für den Anfang sind unregelmäßige, nostalgisch anmutende Texturen sicher die bessere Wahl, denn sie verzeihen Fehler oder Unstimmigkeiten leichter und transportieren gleich ein wunderbares Vintage-Feeling. Wie kommst du an die richtige Textur? Auf dem Markt, vor allem im Internet tummeln sich viele Anbieter, die Vinyl-Hintergründe im Programm haben, und dort finden sich tatsächlich fantastische Texturen – dennoch sind diese Hintergründe durchaus mit Vorsicht zu genießen: Sie sind nun einmal flach wie Tischdecken und ebendies fällt je nach Lichtsetzung doch deutlich auf. Außerdem musst du die Vinyl-Hintergründe absolut glatt auslegen, ansonsten bemerkt man seltsame Decken. Einfacher ist es, sich selber eine Holzplatte zu besorgen – vielleicht einen alten Tisch vom Flohmarkt zu zerlegen oder ein größeres Teller-Brettchen anzuschaffen.


Streu-Arbeit

Jetzt geht es an den schönsten, aber auch herausforderndsten Teil des Bildes: Du musst nun die Gewürze auf ansehnliche Art und Weise auf dem Hintergrund verteilen. Dies erfordert nicht nur entsprechendes Fingerspitzengefühl, sondern auch ein Gefühl für gelungenes Arrangement. Einfach drauflosstreuen führt wahrscheinlich nicht zum gewünschten Ergebnis. Überlege dir also vorher, welches Gewürz sich wo befinden soll. Gerade bei den pulvrigen Gewürzen empfiehlt es sich zudem, vorher ein wenig zu üben, um festzustellen, wie sich welches Gewürz streuen lässt. Wenn du zuvor auf einem Blatt Papier mit einzelnen Pulvern übst, kannst du diese auch recht verlustfrei wieder zurück in die Dose befördern. Auch Streuer, gerade die mit großen Öffnungen, können bei der optimalen Verteilung helfen – probiere dies aber vorher aus, damit nicht eine Ladung Pulver über dem gesamten Arrangement landet.

Bei der Frage, wie man die Gewürze am besten verteilt, achtest du am besten darauf, dass intensiv-farbiges – gelbes oder rotes Gewürz etwa, einen Eye-Catcher darstellen wird, während braunes oder schwarzes gerade auf einem dunkleren Holzhintergrund eher weniger auffallen wird. Den Eye-Catcher ganz mittig zu platzieren führt zu einem auffälligen, aber etwas statischem Look. Du kannst ihn auch im goldenen Schnitt oder diagonal arrangieren, um alles ein wenig aufzulockern oder mehr Dynamik einzubringen. Weitere Requisiten – Löffel oder Schälchen, können natürlich je nach Farbe und Helligkeit ebenfalls Eyecatcher darstellen. Dies gilt zum Beispiel für metallglänzende Löffel, die entsprechend sorgsam platziert werden sollten.


Bild und Bearbeitung

Die meisten solcher Inszenierungen wirken vor allem von hoch oben. Eine perfekte Aufsicht ergibt einen attraktiven Effekt. In dem Fall solltest du die Blende nicht zu weit öffnen – viel Tiefenunschärfe ergibt hier keinen Sinn. Fotografierst du jedoch eher von der Seite, ist eine weit geöffnete Blende sinnvoll, um den Hintergrund in der Unschärfe versinken zu lassen.

In der Bildbearbeitung gibt es meist gar nicht mehr viel zu tun – vielleicht noch den richtigen Schnitt finden und ein wenig vignettieren – und fertig ist dein „Spicy Picture“.

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