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Winterliche Porträt-Ideen für kalte Tage

Winterliche Porträt-Ideen für kalte Tage

Das Wetter im Dezember könnte wohl kaum ungemütlicher sein. Minusgrade und Schnee bieten nicht gerade rosige Bedingungen für kreative Shooting-Tage. Aber wer sagt, dass nur bei Sommer und Sonnenschein tolle Porträts entstehen? Hier kommen unsere winterlichen Porträt-Ideen für kalte Tage.


Fotografinnen und Fotografen kennen das Problem: Draußen wird es kälter und in unserem Instagram-Account macht sich gähnende Leere breit. Statt in den Wintermonaten kreativ zu werden, schwelgen wir in unseren Sommer-Archiven und sehnen uns nach Sonne und Meer. #throwbacks und #latergrams dominieren unsere Social Media-Kanäle.

Diese Winterstarre beruht auf der Annahme, bei Wind und Wetter könnten keine schönen Fotos entstehen. Dabei hat der Dezember seinen ganz eigenen Reiz. Jetzt entstehen nämlich Porträts mit einer ganz besonderen Stimmung. Lass dich von unseren Lieblingsideen für kalte Tage inspirieren.

Das Gesicht einrahmen

Im Dezember oder Januar, wenn die Temperaturen so richtig in den Keller fallen, sehnen wir uns nach wärmender Kleidung. Jacken, Mäntel und Kapuzen sind ein Grund, warum viele Hobby-Fotograf*innen im Winter keine Porträt-Shootings machen wollen. Zugegeben: Dicke Kleidung schränkt in der Bewegungsfreiheit ein und ist nicht gerade fotogen. Du kannst große Kapuzen und Strick-Accessoires jedoch dazu nutzen, das Gesicht deines Models einzurahmen. Dadurch entsteht ein harmonischer und kreativer Hintergrund, der dein Hauptmotiv so richtig in den Fokus stellt. Auf diese Weise erhält dein Bild unmittelbar einen winterlichen Kontext, ohne viel von der grauen Umgebung zeigen zu müssen.


Schneeflöckchen, weiß Röckchen

Besonders verträumte Porträts entstehen, wenn es schneit. Lass die großen Schneeflocken ruhig vor deiner Linse ins Bild fallen. Auch wenn sie dein Hauptmotiv auf diese Weise ein bisschen verdecken, entsteht hierdurch ein einzigartiger Bildlook. Wenn du Schneeflocken scharf einfangen willst, solltest du auf eine kurze Verschlusszeit zurückgreifen. Ansonsten werden sie durch die entstehende Bewegungsunschärfe wie unschöne Schleier erscheinen. Zusätzlich solltest du unbedingt manuell fokussieren. Denn der Autofokus wird mit den bewegten Teilchen im Vordergrund Schwierigkeiten haben, das Hauptmotiv zu erkennen.


Eingeschneit!

Alternativ kannst du auch warten, bis dein Model von einigen Schneeflocken eingeschneit wurde. Anschließend könnt ihr unter einem Baum oder schneegeschützten Dach das weiße Gewand in Szene setzen. Eingeschneite Haare und Jacken haben etwas sehr Natürliches und wirken weniger gestellt als inszenierte Posen und perfekt sitzende Frisuren. Du solltest bei dieser Bildidee nur an warme Kleidung denken. Auch über eine Decke und heiße Getränke wird sich dein Model sicherlich freuen. Denke auch an genügend Ersatzakkus, da auch die Kamera bei kalten Temperaturen mehr Energie braucht.


Schnee-Shooting im Gegenlicht

Möchtest du besondere Porträts im Schnee aufnehmen, solltest du bei gutem Wetter zur Dämmerung shooten. Dann herrschen sehr stimmungsvolle Lichtbedingungen und es entstehen grandiose Bilder bei Gegenlicht. Gegen 15 oder 16 Uhr, wenn im Winter die Sonne tief am Himmel steht, ist der perfekte Zeitpunkt. Positioniere deine porträtierte Person so, dass du gegen die Sonne fotografierst. Das bringt Haare und Zweige so richtig zum Leuchten. Öffne deine Blende auf f/1.8 für eine schöne Hintergrundunschärfe. Du solltest die Verschlusszeit und ISO dann eher klein halten, da der weiße Schnee sonst schnell überbelichtet wird. Bei Schnee-Fotos kann es zudem hilfreich sein, die Belichtungskorrektur ein wenig zu erhöhen (+1.0). Die Kamera würde den Schnee sonst eher grau erscheinen lassen.


Porträts mit negativem Raum

Nicht immer hat man das Glück, dass es gerade schneit oder Schnee liegt. Und dann sind Wälder und Natur nunmal eher grau und trist. Nutze diese Gelegenheit, Porträts mit negativem Raum aufzunehmen. Dabei handelt es sich um solche Elemente im Bild, die keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und damit dein Hauptmotiv, den positiven Raum, hervorheben. Das wird zum Beispiels deutlich, wenn du von unten fotografierst und dein Motiv nur vom Himmel umrahmt erscheint. Du wirst merken, dass dieser einfarbige Hintergrund dein Motiv so richtig schön zur Geltung bringt.


Im Warmen bleiben

Es regnet, ist kalt und du hast einfach keine Lust nach draußen zu gehen? Dann bleib daheim! Ihr könnt auch im Warmen Porträts mit winterlicher Stimmung aufnehmen. Zum Beispiel in der Nähe eines Fensters: Schnappt euch eine Tasse heißen Tee und lass dein Model das nasse Wetter von drinnen beobachten. Besonders spannend wirkt der Look, wenn du mit der Schärfe im Bild spielst. So kannst du beispielsweise dein Model auch mal unscharf zeichnen, wie in unserem Beispielbild.

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